Bei den vorgezogenen portugiesischen Parlamentswahlen sind am vergangenen Montag die Sozialisten unter Mario Soares stärkste Partei geworden.

Mit 36,3 Prozent und 99 von 250 Mandaten kann Soares nicht allein regieren. Als Soares tionspartner bietet sich die (liberale) Sozialdemokratische Partei (PSD) an. Sie landete mit 27,0 Prozent und 72 Mandaten auf Platz zwei. und (christdemokratische) „Demokratisch-Soziale Zentrum“ (CDS) schnitt mit 12,4 Prozent und 29 Mandaten vergleichsweise schlecht ab; die von den Kommunisten beherrschte „Allianz Vereintes Volk“ verbesserte sich auf 18,2 Prozent und 44 Sitze.

PSD und CDS hatten 1980 – zusammen mit einer Splitterpartei – im Parlament eine absolute Mehrheit von 134 Abgeordneten errungen. Doch diese Mitte-Rechts-Koalition brach Anfang des Jahres vor allem wegen persönlicher Differenzen zusammen; das CDS rückte nach rechts, die PSD bildete zwei Flügel: Nur einer will mit den Sozialisten koalieren.

Soares hatte sich zuletzt im Wahlkampf festgelegt: keine sozialistische Minderheitsregierung. Eine starke Minderheit seiner Partei sträubt sich aber gegen ein Bündnis mit den Sozialdemokraten. Deswegen versprach der sozialistische Parteichef, vor jeder Koalition die „Basis“ zu befragen. „Vier bis sechs Parteichef, würde die Regierungsbildung bestimmt dauern.

Beide möglichen Partner müssen jetzt intern dieselbe Debatte entscheiden. Die Pragmatiker der Sozialisten wie der Sozialdemokraten könnten leicht zueinander finden; die „Ideologen“ tragen sich wechselseitig noch die alte Feindschaft nach.

Hinter diesen Spekulationen und Befürchtungen tritt das zweite Ergebnis der Wahlen zurück: Nach einem „Parteien-Frühling“ ohnegleichen hat Portugal zu einem klassischen Vier-Parteien-System gefunden: Kommunisten, Sozialisten (große Teile sind auf dem Weg zur Sozialdemokratie), Sozialdemokraten (Liberale von links bis rechts), Demokratisch-Soziales Zentrum (konservative Christdemokraten). Alle anderen scheiterten deutlich an der Sperrhürde, -bi