Endlich ist es da – das „Programm zur Umweltentlastung durch Förderung des Fahrradverkehrs“

Wenn Deutschland das Land ist, wo man aus Mücken Elefanten macht, dann wird dort auch mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Die Kanoniere, die hier gemeint sind, sitzen im Bundesinnenministerium. Sie heißen Konrad O. und Willi H. und haben – Berufsrisiko – in den Ofen geschossen.

Der Ofen, das ist die Umwelt, das sind unsere verräucherten Städte, lärmerschüttert, bleibedampft. Die Kugel, das ist das „Programm zur Umweltentlastung durch Förderung des Fahrradverkehrs“, von Konrad und Willi verfaßt und jetzt einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Broschüre lockt ihre Leser mit dem prägnanten Titel „Fahrrad und Umwelt“. Doch wer sie aufschlägt, den erschlägt sie.

Zunächst porträtieren die Autoren „Stellenwert, Grundlagen, Adressaten und Kontext“ des Druckwerks. Kapitel für Kapitel sortieren sie sorgsam die Maßnahmen – „durchgeführte, eingeleitete, vordringlich erforderliche“. Noch bevor sie zur Sache kommen, ist ihnen die Kette gerissen.

Jedem Radfahrer sind Hügel ein Ärgernis – wenn es bergan geht. Die Broschüre diagnostiziert sogleich „mangelnde Steighilfen in topographisch bewegten StadtDereichen“.

Bekannt ist auch, wie wenig die Autofahrer von den Nöten der Radfahrer wissen. Als „verbreitete unrichtige Wahrnehmung der Fahreigenschaften des Fahrrades durch Nichtradfahrer erscheint dieses Problem mit einer regierungsamtlichen Acht in der Formulierung.

Die Autoren erheben auch „programmatische Forderungen“: Pedalscheue Autofahrer sollen wenigstens „Seltenradler“ werden. Der öffentliche Verkehr muß daher einem „umfassenden Hemmnisabbau“ unterworfen werden. Damit das nicht in die Hose geht, bedarf es guter Beispiele: