Urlaub auf fremden Planken: Das Chartern von Segelyachten wird immer beliebter. Selbst kundige Segler sollten freilich die Angebote sehr genau studieren, bevor sie in See stechen. Vermieter in dieser Branche sind bekannt für „unbegrenzte Unmöglichkeiten“. Eine Hilfe: die Aktion „Sauberes Chartern“ des „Deutschen Segler-Verbandes“ (DSV).

Es ist lediglich eine Frage des Geschmacks (und des Geldbeutels), auf welchen Meeren und auf welchen Yachten Sie Ihren Segel-Urlaub verbringen möchten. Segeltermöglichkeiten gibt es heute im Mittelmeer ebenso wie auf der Nord- und Ostsee, in der Karibik wie in der Südsee, im Indischen Ozean und sogar vor den Küsten Neuseelands oder Australiens.

Und das Geschäft mit den Charter-Yachten blüht weltweit. Zwar war die Branche der Yacht-Vermieter bisher vor allem bekannt für „unbegrenzte Unmöglichkeiten“ – schrottreife Seelenverkäufer gab es genug im Angebot –, doch in letzter Zeit haben seriöse Offerten zugenommen. Dennoch tummeln sich neben den Profis immer noch genug Gelegenheits-Anbieter auf dem nur schwer überschaubaren Markt.

Um sich von Abschreibungs-Unternehmern und Freizeit-Vermietern zu distanzieren, sammelten sich mehrere große Charterfirmen in zwei Verbänden: in dem „Arbeitskreis Charterboot“ der „Bundeswirtschafts-Vereinigung Freizeit-Schiffahrt e. V.“ und im „Gütezeichenverband Yacht-Charter e. V.“. Beide Vereine setzen für ihre jeweiligen Mitglieder gewisse Qualitätsnormen voraus. Aber auch unter Nichtorganisierten gibt es natürlich Vercharterer, die ein seriöses Geschäft betreiben. Bei der Auswahl hilft Gottvertrauen.

Eine Möglichkeit, beim Chartern nicht blind zu buchen, ist freilich die Initiative des „Deutschen Segler-Verbandes“. Die Kreuzer-Abteilung des „DSV“ leitet seit Jahren die Aktion „Sauberes Chartern“. Auf Fragebögen gespeichert sind hier die Erfahrungen von zahlreichen Charterern; wer sich nun für eine Charterfirma entschieden hat, kann vor Vertragsabschluß bei der Kreuzer-Abteilung anrufen und erfahren, was über eben diese Firma für Erfahrungsberichte vorliegen.

Die meisten Charterfirmen haben auch für Anfänger das passende Angebot parat. Größere Yachten mit Kapitän oder ganzer Mannschaft können zwischen sechs und zwölf Gäste an Bord nehmen; geschlossene Gruppen ebenso wie Einzelbucher. Das Spektrum reicht dabei von solchen Yachten, auf denen Urlauber nicht nur am Ruder, sondern auch in der Kombüse als Crew-Mitglied arbeiten, bis hin zu Luxus-Törns mit komplettem Personal und Rundum-Service. Ersteres ist bereits für 650 Mark pro Woche und Person zu haben; am anderen Ende der Skala steht die 24-Meter-Yacht „Concorde“ in der Karibik – sie kostet rund 22 500 Mark wöchentlich und ist derzeit wohl das luxuriöseste, was der Chartermarkt zu bieten hat.

Besonders gut geeignet für Segel-Anfänger sind „Flottillen-Törns“ – Jollensegler beispielsweise können sich hier bestens „Seebeine“ wachsen lassen. Mehrere kleine Yachten, bemannt mit je vier Seglern, gehen gemeinsam auf Tour. Begleitet wird die Gruppe von einem erfahrenen Segel-Profi auf dem „Mutterschiff“, der den Teilnehmern jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung steht, Die Preise für das Vergnügen im Geschwader bewegen sich, je nach Revier und Saison, zwischen 2000 und 4500 Mark pro Schiff und Zwei-Wochen-Törn.