Macht Radioaktivität dumm?

Seit 1964 sanken die durchschnittlichen Ergebnisse beim Scholastic Aptitude Test‚ dem standardisierten Intelligenztest, an dem jährlich über eine Million 17- und 18jährige Amerikaner teilnehmen, die sich um die Aufnahme ins College bewerben. Vom wachsenden Unheil des Fernsehens bis zu umstrittenen Schulreformen reichen die bisher bekannten Erklärungsversuche. Jetzt haben der Physikprofessor Ernest Sternglass und der Pädagoge Steven Bell eine neue Erklärung gefunden und mit eindrucksvollen statistischen Argumenten gestützt: Von Bundesstaat zu Bundesstaat und von Jahr zu Jahr veränderten sich die durchschnittlichen Testergebnisse wie die Belastung der Region durch radioaktive Strahlen – mit einer zeitlichen Verzögerung von etwa 18 Jahren. So begann der IQ-Rückgang. Den schärfsten Abfall verzeichnete der Intelligenz-Meßwert 1975 im Staat Nevada – 1957, nach einer großen Atomtestserie, war hier die Milch radioaktiv verseucht gewesen. 1982 stieg der durchschnittliche IQ erstmals seit langem wieder – aber nur dort, wo um 1964 keine unterirdischen Kernwaffenversuche stattfanden und kein Wind radioaktives Material von den ersten chinesischen Atombomben verbreitete.

Apartheid geographisch

Kwandebele, im Herzen des südafrikanischen Bundeslandes Transvaal gelegen, soll 1984 als fünftes schwarzes Homeland in die „Unabhängigkeit“ entlassen werden. Fast 500 000 Südafrikaner werden dann zwangsweise zu Bürgern des neuen Staatsgebildes, dessen Fläche ungefähr der West-Berlins entspricht. Der Staat von Pretorias Gnaden wird weder internationale Anerkennung genießen noch ein Minimum wirtschaftlicher Eigenständigkeit erlangen. Für den Broterwerb muß seine arbeitende Bevölkerung im „Ausland“, der Südafrikanischen Republik, leben und arbeiten.

Ob die zukünftigen Bürger von Kwandebele ihren Status begrüßen, bleibt dahingestellt. Lediglich 46 von Pretoria zusammengetrommelte Häuptlinge, die eine Art Parlament bilden, sprachen sich ohne eine Gegenstimme für die Unabhängigkeit des Miniaturstaates aus.

Unruhige Troika

Während der Chef immer wieder für Unruhe draußen sorgt, kümmern sich seine wichtigsten Mitarbeiter darum, daß es auch im Weißen Haus nicht zu ruhig zugeht. Im Streit um die rechte Innen- und Außenpolitik der Reagan-Administration hat jetzt Edwin Meese III, Mitglied der Berater-Troika des Präsidenten, eine neue Offensive gegen seinen moderneren Kollegen, Stabschef James A. Baker, gestartet. Meese hat sich bei Ronald Reagan darüber beklagt, daß Baker bei der Presse gegen die militanten außenpolitischen Vorstellungen des Nationalen Sicherheitsrates Front mache. Gefahr für James Baker? Nein, sagt der Dritte im Bunde der Präsidentenberater, Michael Deaver. Bevor er die Entlassung des Stabschefs befürworte, würde er selbst zurücktreten.