Die Renditen bewegen sich auf dem Markt der festverzinslichen Papiere zur falschen Seite hin. Statt zu sinken, wie es volkswirtschaftlich erwünscht wäre, haben sie wieder zu steigen begonnen. Im Bereich der zehnjährigen Laufzeiten liegen sie bereits bei 7,61 Prozent – und das ist nicht einmal marktgerecht.

Dennoch meinen einige Bankiers, daß der Kapitalmarktzins bis zum Jahresende noch auf sieben Prozent zurückfallen wird. Von der Bundesbank ist in dieser Hinsicht keine Schützenhilfe mehr zu erwarten. Sie hat ihr Pulver praktisch verschossen. Gegen die Anziehungskraft der amerikanischen Kapitalmarktrenditen von mehr als elf Prozent vermag sie nichts auszurichten. Deutsche Käufer amerikanischer Dollar-Titel nehmen den hohen Dollar-Kurs in Kauf. Drohende Wechselkursverluste scheinen sie nicht zu fürchten.

Die Spekulation der Dollar-Bonds-Käufer richtet sich auf eine Zinssenkung in den USA, für die es allerdings zur Zeit erst wenig Anzeichen gibt. Sie würde durch Kurssteigerungen der Bonds das Wechselkursrisiko ertragbar machen, so daß die hohen Zinsen ohne Furcht genossen werden könnten.

– Das deutsche Bankenpublikum ist für deutsche festverzinsliche Papiere kaum zu erwärmen. „Selbst langjährige Stammkunden des Anleihemarktes haben in jüngster Zeit ihr Anglerzeug gepackt und sind zu den Fischgründen des Aktienhandels abgewandert“, beschreibt das Frankfurter Bankhaus Georg Hauck & Sohn die mißliche Situation bei den festverzinslichen Papieren. Sie wird sicherlich nicht dadurch besser, daß eine Reihe von Bundesländern Anleihen aufgelegt haben, deren Renditen sich unter dem Marktniveau bewegen. Solche Emissionen bleiben bei den Konsortialbanken hängen, die sich damit zu trösten pflegen, daß für sie dennoch ein Zinsnutzen herausspringt.

Auch am Pfandbriefmarkt nimmt das Angebot zu. Da aus heutiger Sicht eine nennenswerte Zinsverbilligung nicht mehr zu erwarten ist, mehren sich die Umschuldungswünsche von kurzen Kreditfinanzierungen in langfristige Kapitalaufnahmen.

K. W.