Flink und behende hat sich Norbert Blüm, der Bundesarbeitsminister, auf den Zug geschwungen, den die Arbeitgeber eigentlich für sich gechartert und mit dem Spruchband „Für flexible Arbeitszeit“ versehen hatten. Frisch und unbekümmert, wie es so seine Art ist, plauderte er jüngst über Arbeitszeitordnung und Zeitarbeit.

Der Acht-Stunden-Tag solle künftig nur noch Obergrenze sein, meinte der Minister – als ob die gültige Arbeitszeitordnung etwas anderes sagt oder eine Unterschreitung gar verbiete. Und befristete Arbeitsverträge, die nur bis zu sechs Monaten möglich seien, sollten künftig für längere Zeiträume abgeschlossen werden können.

Peinlich, peinlich – kaum war das Wort seinem Mund entflohen, mußte der Arbeitsminister sich vom Deutschen Gewerkschaftsbund belehren lassen, daß Zeitarbeitsverträge auch nach bestehendem Recht ohne zeitliche Beschränkung zulässig seien. Das Bundesarbeitsgericht hat nur entschieden, daß „ein sachlich berechtigter Grund“ da sein muß, das Arbeitsverhältnis zu befristen.

War der Minister nur falsch informiert? Oder meinte er, daß künftig auf den „sachlich berechtigten Grund“ verzichtet werden soll? Damit würde Norbert Blüm den Unternehmen Tür und Tor öffnen, den Kündigungsschutz zu unterlaufen – ganz wie es seinem Parteifreund Haimo George vorschwebt... hm