Aids (Acquired Immune Deficiency Syndrome) ist eine schleichend verlaufende, schwere Störung im Abwehrsystem des menschlichen Organismus. Diese chronische Funktionsminderung ist kein völliger Zusammenbruch des Immunsystems. Der Tod tritt durch gehäufte Infekte, seltener durch einen Tumor des Bindegewebes (Kaposi-Sarkom) oder der weißen Blutzellen ein.

Aids breitet sich nicht – wie etwa Grippe – durch alltägliche Kontakte aus. Eine Ansteckung ist freilich auch dann möglich, wenn das Gegenüber äußerlich gesund erscheint.

Aids verläuft wie eine Epidemie. Die zeitliche und örtliche Häufung der Infekte ist auf Risikogruppen begrenzt. Als gefährdet gelten: homo- und bisexuelle Männer mit hoher Partnerfrequenz; Suchtkranke, die sich venös Drogen spritzen; Bluter-Patienten; Intimpartner von Fixern; Babys infizierter Mütter; Reisende aus der Karibik und Zentralafrika.

Es gibt keinen unmittelbaren Anhaltspunkt für eine gerade eingetretene Infektion. Der Zeitraum zwischen Ansteckung und Auftreten erster Anzeichen des Leidens ist variabel. Die Spanne liegt in der Regel zwischen sechs und 24 Monaten.

Aids kennt kein Leitsymptom. Die Anzeichen – gehäufte Infekte, bestimmte Tumore wie das Kaposi-Sarkom – können einzeln, zu mehreren oder im Rahmen eines anderen Infektes auftreten. Auch ein einzelnes neurologisches Anzeichen kann dem Leiden im Einzelfall vorausgehen.

Als Symptome registrierten Ärzte: Durchfälle, Fieber und unerklärte Fieberschübe; ungeklärte Gewichtsabnahme; knotige oder leicht erhabene, braun-bläuliche Hautausschläge; Lymphknotenschwellung(en); Leistungsabfall; Pilzinfektionen: Zu den neurologischen Anzeichen zählen Persönlichkeitsveränderung, Bewußtseinstrübung, Koordinationsstörungen und Muskelschwäche.

Die Symptome, ob einzeln oder zu mehreren, können immer auch Ausdruck einer anderen Erkrankung sein!

Es gibt für Aids keine spezielle Therapie und keine Heilung im herkömmlichen Sinne. Einzelne Komplikationen lassen sich vorbeugend behandeln. Wichtig ist eine mögliche Verhütung des gegenwärtig als tödlich angesehenen Leidens. Organisationen homosexueller Männer empfehlen Ratsuchenden, ihre Kontakte im überschaubaren Rahmen zu halten. Beim Verdacht der Erkrankung soll man jeden Geschlechtsverkehr meiden und auf den sexuell stimulierenden Konsum der „Poppers“ genannten Mittel zur Gefäßerweiterung verzichten; auch hüte man sich vor exzessiven Sonnenbädern. Und, natürlich, sollte ein Arzt aufgesucht werden.