Drei Bücher des chinesischen Schriftstellers Ba Jin

Von Volker Klöpsch

Die führende Zeitschrift der frühen chinesischen Revolution hieß Neue Jugend und trug – um zu zeigen, woher das umstürzlerische Gedankengut kam – den Untertitel „La Jeunesse“. Hier erschien neben politischen Grundsatzartikeln, welche die junge Republik bewegten, im Jahre 1917 Hu Shis Aufsatz „Vorschläge zu einer Reform der Literatur“. Er gab den Anstoß zu einer literarischen Erneuerungsbewegung, die nach den Ereignissen des 4. Mai 1919, als die chinesische Intelligenz gegen ihren „Schandfrieden“ von Versailles demonstrierte, in eine wirkliche Kulturrevolution einmündete. (Wenn die Chinesen und mit ihnen auch wir eine ganz andere Periode mit diesem Begriff benennen, so handelt es sich um eine Wortverdrehung von kaum zu überbietender Perfidie.)

Mit der Abkehr von der jahrtausendelang geübten und im Gebrauch erstarrten klassischen Kunstsprache gewannen die Bilderstürmer, welche die Lehren des Konfuzius als untauglich für die Bewältigung der neuzeitlichen Welt erkannten, mit der lebendigen gesprochenen Umgangssprache eine Stimme, die jedermann verstand. Zum Sprachrohr dieser Generation im Aufbruch, der wie kein anderer ein Stimmungsbild jugendlicher Begeisterung und der gesellschaftlichen Spannungen im China der zwanziger und dreißiger Jahre zu zeichnen vermochte, wurde der Schriftsteller Ba Jin, von dem in den letzten Monaten mehrere Werke in deutscher Übersetzung erschienen sind –

Ba Jin: „Die Familie“, Roman, übersetzt von F. Reissinger, mit einem Nachwort von W. Rubin; Oberbaumverlag, Berlin, 1980; 440 S., 34,– DM

Ba Jin: „Kalte Nächte“, Roman, übersetzt von S. Peschel und B. Spielmann; Suhrkamp Verlag, Frankfurt, 1981; 300 S., 32,– DM

Ba Jin: „Shading“, Erzählung, übersetzt von H. Forster-Latsch und anderen; Suhrkamp Verlag, Frankfurt, 1981; 119 S., 11,80 DM.