Sein Erscheinen war überfällig. Und doch ist das Werk ein Wagnis – weniger, weil sich vielleicht nicht genug Interessenten finden, sondern weil sich das Sachgebiet mitten in einer explosiven Wissensausweitung befindet:

„Lexikon der Biologie in acht Bänden. Erster Band: A – Bilzingsleben.“ Verlag. Herder, Freiburg, 1983; 448 Seiten, ermäßigter Vorbestellungspreis 148,– DM (später ca. 168,– DM).

Die vier Fachberater und mehr als 50 Autoren des ersten Bandes scheinen das schier Unmögliche geschafft und keines der „heißen“ Gebiete der modernen Biologie vergessen zu haben. Alpenbock und Antikörper, Bärenklau und Basentriplett, die genetischen Besonderheiten der Bakteriophagen und die verschiedenen Theorien des Alterns werden knapp und wohl auch für interessierte Laien einigermaßen verständlich beschrieben. Zu den mehr als 4000 Stichwörtern des ersten Bandes (insgesamt sollen es 40 000 werden) kommen längere, mit den Initialen des jeweiligen Autors gezeichnete Namensartikel – vielleicht ein kleiner Schwachpunkt: Rupert Riedl erwähnt die gut zehn Jahre alte, heute heftig diskutierte Evolutionstheorie des „unterbrochenen Gleichgewichts“ (punctuated equilibrium, siehe vorangehende Rezension) in seinem Aufsatz zur „Abstammung“ mit keinem Wort. Aber es besteht ja Hoffnung auf Band „E“, E wie Evolution. GH