Die Brummis zeigen sich in diesen Tagen von der schlechten Seite. Weil die in der Gewerkschaft ÖTV organisierten Fernfahrer Warnstreiks inszenieren, gibt es Staus auf den Autobahnen.

Die Kapitäne der Landstraße pfeifen auf die Straßenverkehrsordnung, weil ihr Streik wohl die letzte Chance ist, Arbeitsbedingungen zu beseitigen, die wahrlich ausbeuterisch genannt werden müssen. Schuld daran sind indes nicht nur die Arbeitgeber. Die miese Lage der Trucker geht auch auf das Konto der ÖTV, die sich jahrzehntelang lieber um ihre Klientel im öffentlichen Dienst gekümmert hat statt um weniger gut organisierte Berufsgruppen wie die Fernfahrer. Jetzt hilft offenbar nur noch schweres Geschütz.

Das Argument der Arbeitgeber freilich, etliche Spediteure müßten ihren Betrieb dichtmachen, wenn die teuren Forderungen der Arbeitnehmer nach einem besseren Manteltarif verwirklicht würden, ist ein starkes Stück. Es sagt nicht viel anderes, als daß die Fuhrunternehmer nur deshalb konkurrenzfähig sind – zum Beispiel gegenüber der Bundesbahn –, weil sie ihre Fahrer rücksichtslos ausnehmen.

Auf solche Unternehmer aber kann man tatsächlich gut verzichten. wge