Wenn die Ehefrau für die Familie eine Reise bucht, dann braucht der Ehemann diese Reise nicht unbedingt zu bezahlen. Dies ist die Schlußfolgerung eines Urteils des Frankfurter Oberlandesgerichtes.

Der Fall: Eine Ehefrau hatte für 8250 Mark einen Familienurlaub auf Sardinien gebucht. Der Ehemann zahlte mit zwei Schecks, ließ diese aber sperren, nachdem der Urlaub nach Ansicht der Familie einige Mängel hatte.

Der Ehemann, ein Rechtsanwalt, brachte überdies das Argument ins Spiel, seine Frau, nicht aber er, habe den Vertrag abgeschlossen. Also könne er auch nicht zur Zahlung herangezogen werden.

Der Reisevermittler klagte gegen das zahlungsunwillige Ehepaar. Die erste Instanz legte Paragraph 1357 BGB zugrunde, nachdem jeder Ehegatte berechtigt ist, „Geschäfte zur angemessenen Deckung des Lebensbedarfs der Familie mit Wirkung auch für den anderen Ehegatten zu besorgen“. Das heißt: Solche Verträge verpflichten beide Ehepartner zur Zahlung. Beide Ehepartner wurden demnach auch zur Zahlung verurteilt. Der 17. Zivilsenat jedoch befand, wie die Frankfurter Rundschau berichtete, „Geschäfte größeren Umfangs, die ohne größere Schwierigkeiten zurückgestellt werden können und die üblicherweise vorher von den Eheleuten gemeinsam besprochen werden – so auch der Reisevertrag, um den es ging würden nicht unter den Paragraphen 1357 fallen.

Dies heißt also letztlich, daß eine Ehefrau allein nicht den Familienurlaub buchen kann, was hinwiederum den Reiseveranstalter bewegen könnte, jede Buchung auch noch durch den Ehemann absegnen zu lassen. (Aktenzeichen 17 U 140/82).