Die Idee, interessante Aktien in einem Fonds zu hinnein, stößt auf Kritik

Um ihre jahrelange Schrumpfphase zu beenden, haben einige große deutsche Investmentgesellschaften sogenannte Spezialitätenfonds ins Leben gerufen. So sind inzwischen Rohstoff-, Energie-, Technologie-, Edelmetall- und auch Länderfonds entstanden. Die Sparer haben diese neuen Anlageinstrumente überraschend gut angenommen, ein Zeichen dafür, daß die Kundschaft der Banken zumindest für Novitäten wieder ansprechbar ist.

In der Investment-Branche sind die neuen Fonds deshalb nicht unumstritten, weil sie im Grunde eine Abkehr von der eigentlichen Investment-Idee darstellen, die von einer möglichst breiten Streuung der Risiken ausgeht. Die sehr zögerliche Genehmigungsprozedur des Bundesaufsicntsamts für das Kreditwesen läßt erkennen, daß auch dort gewisse Hemmungen gegenüber Spezialitätenfonds bestehen.

Die für die neuen Fonds eintretenden Investment-Manager beeilen sich denn auch, darauf hinzuweisen, daß sie keinesfalls eine Abkehr von der alten Investment-Idee beabsichtigen, sondern mit ihren Spezialitäten bewußt spekulative Anleger ansprechen wollen, die bereit sind, sich in Bereichen mit überdurchschnittlichen Erfolgsaussichten zu engagieren und sich dabei bewußt sind, höhere Risiken einzugehen.

Noch ist es zu früh, über die Anlageerfolge der neuen Fonds urteilen zu wollen. Sie wurden alle erst in diesem Jahr aufgelegt und sind teilweise erst wenige Monate alt. Bislang blieben die Ergebnisse noch bescheiden, sieht man einmal von dem Australien-Pazifik-Fonds ab, der von der Vereins- und Westbank in Hamburg betreut wird. Zwischen seinem ersten Ausgabepreis und dem heutigen Rücknahmepreis liegt immerhin ein Plus von fast zwölf Prozent, erzielt in etwas mehr als neun Monaten.

Grundsätzliche Bedenken gegen die Spezialitätenfonds erhebt die Westdeutsche Landesbank. Sie ist Gesellschafter bei der Deka Deutsche Kapitalanlagegesellschaft mbH, der Investment-Gesellschalt der Landesbanken und Sparkassen. Die Deka hat bisher auf Spezialfonds verzichtet.

Die Westdeutsche Landesbank nennt die Gründe: Die Spezialfonds können nicht angemessen reagieren, wenn ihr spezieller Markt „dreht“. Notwendige Anlageentscheidungen (Wechsel der Fonds, Anlage in Aktien oder Renten) werden dem Fonds-Anteilseigner überlassen, und die spezialisierten Fonds erfüllen nicht das Erfordernis der Risikostreuung, das üblicherweise mit dem Fondsbegriff verbunden wird.