In den ersten neun Monaten dieses Jahres erzielen deutsche Aktienfonds Wertsteigerungen, die in Einzelfällen über 30 Prozent hinausgingen. Dabei waren Fonds, die ihren Anlageschwerpunkt in ausländischen Aktien haben, erfolgreicher als jene, die überwiegend oder ausschließlich deutsche Aktien in ihren Portefeuilles haben. Besonders in den USA wurde Geld verdient. Hinzu kommt, daß sich der Kursanstieg des Dollar gegenüber der Mark in den Rücknahmepreisen positiv niedergeschlagen hat. Wer Dollar-Aktien besaß, konnte zweimal verdienen.

Nun ist die New Yorker Börse ein weites Feld. In den letzten Monaten gab es dort erhebliche Differenzierungen; Und nicht alle Manager hatten die berühmte „glückliche Hand“, wie die stark voneinander abweichenden Ergebnisse der verschiedenen international anlegenden Fonds beweisen.

Bei Unispecial ergab sich allein im September ein Rückschlag von 14 Prozent. Er hat nichts mit der New Yorker Börse zu tun, sondern mit dem schwachen Goldpreis. Dieser seit 1971 bestehende Aktienfonds für internationale Werte ist Anfang dieses Jahres zu einem Fonds für Gold-, Silber- und Platinminen umgestellt worden. Das hat sich günstig für den Absatz der Zertifikate ausgewirkt. Der große Durchbruch bei den Anlageerfolgen soll sich erst noch einstellen. Nach dem scharfen Rückgang des Goldpreises sind die Aussichten dafür von jetzt an gesehen vermutlich nicht schlecht.

Die überwiegend an der deutschen Börse operierenden Aktienfonds warten in den ersten neun Monaten mit Wertsteigerungen von meist mehr als zwanzig Prozent auf. Kritiker sprechen dennoch von einem Mißerfolg, weil gleichzeitig der deutsche Aktienindex um 23 Prozent (Commerzbank-Index) gestiegen ist und viele deutsche Fonds nicht einmal dieses Ergebnis erreicht hätten. Die zur Risikostreuung verpflichteten deutschen Fonds waren zwangsläufig auch in Branchen wie Versorgung, Eisen und Stahl, Maschinenbau oder Bauwirtschaft engagiert, bei denen es nach dem Branchenindex in diesem Jahr kaum Wertsteigerungen oder sogar Rückschläge gab.

Die großen deutschen Publikum-Aktienfonds marschierten in diesem Jahr mit Wertsteigerungen (unter Berücksichtigung inzwischen vorgenommener Ausschüttungen) von rund 22 Prozent in einem bemerkenswerten Gleichschritt – und dies trotz unterschiedlich zusammengesetzter Portefeuilles.

Wenig erfreulich war die Wertentwicklung der Rentenfonds. Die Zinsen sind seit Jahresbeginn gestiegen. Das hat Wertverluste bei den festverzinslichen Papieren verursacht. Sie wurden gemildert durch die laufende Verzinsung, so daß überall noch ein Plus geblieben ist. Bis zum Jahresende könnte sich die Situation der Rentenfonds bessern, falls sich bis dahin die im Gange befindliche Zinssenkung fortsetzt. K.W.