Hohe Zinsen mit Angst

Renditen bis zu fast 16 Prozent lassen sich weiterhin bei den auf Mark lautenden Anleihen brasilianischer Emittenten erzielen. Ihre Kurse sind deshalb so niedrig, weil viele Leute befürchten, daß Brasilien wegen der Überschuldung seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen kann. Bisher sind jedoch alle Zinszahlungen auf diese Anleihen pünktlich vorgenommen worden und bei allen Sanierungsverhandlungen wird davon ausgegangen, daß dies auch in Zukunft der Fall sein wird. Jetzt wartet man mit Spannung darauf, ob die am 1. Oktober 1984 fällige 7prozentige Anleihe von Petrobas Petroleo Brasileiro S. A. über 100 Millionen Mark pünktlich zurückgezahlt wird. Bis dahin errechnet sich die Rendite bei einem Kurs von 92,25 Prozent auf 15,96 Prozent, wobei der Rückzahlungsgewinn von 7,75 Prozentpunkten natürlich steuerfrei wäre. Zusätzlich kassiert der Anleihebesitzer den laufenden sieben Prozent noch eine Steuergutschrift von 1,4 Prozent.

Versicherungskonten rechtzeitig klären

Eine Klärung des Rentenversicherungskontos wird notwendig, wenn die beim Versicherungsträger gespeicherten Daten nicht vollständig sind oder von den Daten abweichen, die sich aus den eigenen Unterlagen des Versicherten ergeben. Gerade bei älteren, bereits während des Krieges rentenversicherungspflichtigen Personen tauchen häufig Lücken im Versicherungsverlauf auf. Diese Lücken lassen sich jedoch schließen – auch wenn die Versicherungsunterlagen dafür fehlen. Dazu führen die Rentenversicherungsträger auf Antrag des Versicherten eine „Wiederherstellung der in Verlust geratenen Versicherungsunterlagen“ durch. Wenn Beweise für eine Beitragszahlung wie Bescheinigungen der Krankenkasse oder Lohn- und Gehaltsabrechnungen nicht vorgelegt werden können, genügt es meistens auch, daß die fehlenden Beitragszeiten glaubhaft gemacht werden. Als Belege dafür dienen vor allem: Zeugnisse, Arbeitsbescheinigungen, Lohnzettel, Gesellen- und Meisterbriefe, Arbeitsbücher mit Eintragungen des Arbeitgebers, Werksausweise.

Optionsanleihen mit guter Rendite

Die in letzter Zeit auf den Markt gekommenen Optionsanleihen blühen im Verborgenen. Für Anleger mit hoher Steuerprogression sind diese Anleihen ex Optionsschein interessant, weil sie erheblich unter 100 Prozent an der Börse notiert werden, die Differenz zwischen dem heutigen Unter-pari-Kurs und dem Rückzahlungskurs von 100 Prozent steuerfrei vereinnahmt werden kann. Bei einem Steuersatz von 30 Prozent läßt sich bei der siebenprozentigen Dollar-Optionsanleihe der Commerzbank aus dem Jahre 1983 (rückzahlbar am 1. Juni 1988) eine Rendite „nach Steuern“ von 10,14 Prozent ausrechnen. Wer 50 Prozent Steuern zahlen muß, kassiert 8,40 Prozent. Bei der 31/2prozentigen auf Mark lautenden Commerzbank-Anleihe macht die Rendite bei gleichem Steuersatz nur 4,53 Prozent aus.