Sauberer Bildschirm

Was einst die Filmleinwand sauberhielt, soll nun auch für mehr Anstand auf den Bildschirmen sorgen: strengere Rechtsgrundlagen gegen Gewaltverherrlichung und Pornographie. Das jedenfalls forderten kürzlich Vertreter des Jugendschutzes und der Staatsanwaltschaften auf einer Konferenz des bayerischen Sozialministeriums, die in Zusammenarbeit mit der Aktion Jugendschutz organisiert worden war. Die Saubermänner haben eindringliche Argumente für ihren Wunsch nach mehr Kontrolle: Gut die Hälfte der rund 5000 Video-Filme auf dem deutschen Markt sind indizierungsverdächtig, weil sie Mord und Totschlag bis hin zur Menschenfresserei glorifizieren. Und bisher gibt es kaum Möglichkeiten, Verkauf oder Verleih der Blut-und-Body-Streifen, zumal an Jugendliche, zu verhindern. Bisher stehen nur 350 Video-Filme auf den Indexen der Bundesprüfstelle. Selbst sie aber können angesichts der Rechtslage von Erwachsenen weiterhin ohne Schwierigkeiten besorgt werden.

Sauberer Lautsprecher

Der Jugendverband des israelischen Regierungslagers zürnt namhaften Popsängern des Landes und will ihre Lieder nicht mehr im Radio hören. Die Likud-Jugend stört das Engagement der Künstler für die israelische Friedensbewegung: Zu einem Popkonzert gegen den Krieg im Libanon hatten sich 20 000 junge Israelis an der Mittelmeerküste bei Haifa eingefunden, die bis in die Nacht hinein ihre Sänger feierten – unter dem Motto: „Bringt die Soldaten nach Hause!“ Veranstalter des Festivals war die Bewegung „Jesch Gwul“ („Es gibt eine Grenze“), deren Mitglieder zum Teil den Dienst als Armeereservisten im Libanon verweigern und dafür Haftstrafen in Kauf nehmen. Jetzt solle wenigstens der Rundfunksender der Armee die Musik der Oppositionellen nicht mehr verbreiten, verlangen die jugendlichen Anhänger Begins und Schamirs; Unterhaltungsmusik hören die Israelis – in Zivil wie in Uniform – fast nur über den Armeesender; auch die friedensbewegten Popstars sind auf den militärischen Sender angewiesen.

Taucher und Affen

Auf dem Höhepunkt des Falkland-Krieges soll die argentinische Militärführung voriges Jahr eine Attacke auf Gibraltar geplant haben. Das verbreiten britische Geheimdienstleute; die Regierung in London äußert sich bislang nicht zu der Story, aus der sich gut ein Filmdrehbuch machen ließe: Ein argentinischer Sabotage-Trupp, bestehend aus vier Tauchern, sollte in die Hafenanlagen der Kolonie eindringen, um militärische Einrichtungen und Kriegsschiffe in die Luft zu sprengen. Die vier Froschmänner hielten sich bereits in Spanien auf und waren bemüht, Sprengstoff und anderes Handwerkszeug einzukaufen. Da sie jedoch von spanischen Militärbehörden enttarnt und nach Argentinien abgeschoben wurden, konnten sie ihren spektakulären Entlastungsangriff nicht starten. Vielleicht hätte der Angriff auf die britische Flotte die Wende bedeutet. Vielleicht hätten die Argentinier aber auch nur auf Affenjagd gehen sollen, heißt es doch in Gibraltar: Wenn der letzte Affe von den Felsen vertrieben ist, dann fällt auch die englische Herrschaft.

Heer kontra Luftwaffe

Der Abschuß des südkoreanischen Jumbos KAL 007 hat nicht nur in der sowjetischen Parteiführung, sondern auch innerhalb der Armee zu Spannungen geführt. Bei einem Manöver in Odessa vertraten kürzlich Offiziere der sowjetischen Landstreitkräfte die Ansicht, das Verhalten ihrer eigenen Luftabwehr sei für sie unbegreiflich. Das geht aus Berichten westlicher Militärattachés hervor, die als Beobachter zu den Manövern geladen waren.