Veraltete Autos, knapper Treibstoff und fehlende Ersatzteile plagen die Autofahrer

Von Karl Stipsicz

Entzückt bleiben die – unverkennbar amerikanischen – Touristen am Prager Wenzelsplatz vor einem kleinen Auto stehen und beginnen, das lustige Fahrzeug, das so lang ist wie mancher US-Straßenkreuzer breit, von allen Seiten zu photographieren. Mit ihrer Freude bleiben die dollarstarken Europareisenden, die sich den Kitzel einer Reise hinter den sagenumwobenen iron curtain nicht entgehen lassen wollten, allein. Die Tschechen können dem Objekt amerikanischer Begeisterung wenig abgewinnen – handelt es sich doch um ein ganz gewöhnliches Auto, das noch dazu aus der DDR kommt.

Der Trabant. Für die Osteuropäer ist dieser Name ein Begriff, für manche ein lebenslanger Wunschtraum. DDR-Deutsche nennen das vierrädrige Relikt aus den fünfziger Jahren fast liebevoll „Trabi“, die Ungarn schon etwas spöttischer „Plastikbomber“.

Japanische Roboter

Unverwüstlich, stets klappernd, zuckelt der osteuropäische Volkswagen aus dem sächsischen Zwickau, erkennbar an der blauen Rauchwolke des knatternden Zweitaktmotors, seit Jahrzehnten über die holprigen Straßen der Comecon-Staaten; ein fahrendes Sinnbild realsozialistischer Industriekultur. An eine Modelländerung brauchen die Trabant-Konstrukteure nicht zu denken, zumal die durchschnittliche Wartezeit auf einen Trabant im sozialistischen Ausland zwei Jahre beträgt.

Mit dem Trabant und dessen großen Bruder Wartburg, der in der Lutherstaat Eisenach in Thüringen gebaut wird, gehört die DDR zu den Automobilriesen des Comecon, überflügelt nur Von den polnischen Nachbarn und der UdSSR.