In der vorigen Woche begannen wir mit dem Abdruck von Briefen, die Alexander von Villers Ende vorigen Jahrhunderts an seine Freunde schrieb. Villers, der als Diplomat in Wien lebte, war, wie wir heute sagen würden, ein Aussteiger. Er begann als 59jähriger ein neues Leben als Bauer in Niederösterreich.

Pfingstmontag 1827

Mein Ziel ist, mir hier eine Insel herzustellen, die, unabhängig vom großen, unwirtlich werdenden Kontinent, das Notwendige hervorbringe, was ich für mich und meinen Hausstand zum Leben brauche. Etwa zwei Joch Grund als Acker, Wiese und Gemüsegarten, wie ich sie hier besitze, müssen als wohlgeordnete Wirtschaft dazu ausreichen. Nicht so bald. Aber in zwei Jahren längstens.

Bis dahin will ich für die Instruierung kein Opfer und kein Lehrgeld scheuen. Am Land, namentlich in der Nähe einer großen Stadt, die alle Lebensmittel, wie jene fabelhaften Magnetfelsen die Nägel aus den Schiffen an sich zieht, ist ohne Selbstproduktion nicht gut zu leben. Mit Federvieh, um Eier und Fleisch fürs Haus zu gewinnen, mit zwei Kühen, ein paar Schweinen, Kartoffeln und Gemüse wird man unabhängig.

Wie das herzustellen und im geordneten Gang zu erhalten sei, das zu überlegen ist jetzt meine Aufgabe. In der glücklichen Lage, über ein paar tausend Gulden verfügen zu können, will ich so günstige Fügung nicht ungenutzt lassen und hoffe, mir, wenn ich August ins Pinzgau gehe, von dort eine tüchtige Dirn mitzubringen, so daß ich, ist die Wirtschaft erst im Stande, mit meinen drei Mann starken weiblichen Dienstpersonal durchzukommen hoffe.

Das Unternehmen hat bei meiner gänzlichen Unkenntnis des Erforderlichen Schwierigkeiten, deren Gewicht ich keineswegs verkenne; allein das Ziel ist vernünftig, und vernünftig ist es auch, dahin zusteuern.

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