Sind die Bayerischen Motorenwerke (BMW) tatsächlich bereit, einen Beitrag zur Sanierung der notleidenden MAN Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG zu leisten? Noch ist es nur eine vage Hoffnung, daß man BMW-Chef Eberhard von Kuenheim ans Portepee packen kann. Indes, sollten Bayerns Politiker – allen voran Ministerpräsident Franz Josef Strauß – den Autokonzern um „Nachbarschaftshilfe“ bitten, könnte er sich wohl nicht versagen.

Nicht allein deswegen, weil MAN vor 23 Jahren mitgeholfen hat, die damals in einer tödlichen Existenzkrise steckende Münchener Autofabrik zu retten, sondern auch, weil es von Kuenheim vermutlich reizen würde, zu zeigen, was er kann. Der BMW-Boß deutete nämlich an, daß er eine Sanierung der MAN als machbare unternehmerische Aufgabe ansieht, daß aber ein neuer industrieller Partner von Vorteil wäre.

Solch ein Partner könnte – so von Kuenheim – beispielsweise BMW sein. Voraussetzung: Die MAN müßte zuvor mit ihrer Muttergesellschaft Gutehoffnungshütte (GHH) fusionieren. Anschließend solle der MAN-Nutzfahrzeugbau mit, seinem Münchener Hauptwerk ausgegliedert werden. Bei dieser Sparte könnten sich dann BMW und vielleicht auch staatliche Finanz-Institute engagieren. Der finanzielle Beitrag von BMW könne allerdings nicht groß sein, entscheidender wäre der Gewinn an Goodwill und Prestige sowie an technischem Know-how.

Nachdem die Zeitschriftenverlage den wohl immer noch wachsenden Markt für Frauenmagazine mit Billig-Blättern kräftig in Bewegung gebracht haben, scheinen sie nun auch den Mut zurückzugewinnen, teure Objekte nachzuschicken. So startet Anfang Januar der Münchener Verleger Alfons Czerny seine Metropolitan, die sich an den Erfolg der Frauenzeitschrift Cosmopolitan (verkaufte Auflage: 384 000) anhängen soll. Ähnlichkeiten zwischen „Metro“-Nullnummer und „Cosmo“ sind denn auch gar nicht zu übersehen. Verleger Czerny freilich agierte an diesem Markt bislang eher glücklos: Seine Frauentitel nora und Schönheit endeten als Flops.

Auf sicheren Füßen steht da wohl der Axel Springer Verlag, der Mitte Oktober sein Monatsblatt Journal für die Frau von monatlicher auf vierzehntägliche Erscheinung umstellte. Das unverändert 2,50 Mark teure Blatt soll vor allem vom offenkundig üppiger gewordenen Anzeigengeschäft partizipieren, das die schnellere Erscheinungsweise vorzieht. Für die insgesamt stagnierenden Konkurrenzblätter Brigitte, Für Sie und Freundin wird das Leben härter. Marktführerin Brigitte von Gruner + Jahr scheint indes besonders betroffen: Springers Journal erscheint nicht nur am gleichen Verkaufstag – es ist auch noch dreißig Pfennig billiger.

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Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister, Reimut Jochimsen, empfiehlt der Stahlindustrie, das Moderatoren-Modell zur Neuordnung so schnell wie möglich zu vergessen und nach anderen Wegen Wegen aus der Misere zu suchen. Das Modell ist dem Minister ohnehin suspekt, weil es – wie er argwöhnt – vor allem dazu dienen solle, den Kreditgebern der Stahlindustrie ihr Geld zu sichern. Dafür spreche schon die Zusammensetzung des Gremiums.