• DIE ZEIT: Jahrgang 1983

  • Einzelausgaben, nach Datum sortiert:

  • Ausgabe 1983/01

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    • Das Ende aller Üppigkeit

      Dem Herrscher träumte, er stünde am Nil und sähe sieben schöne, fette Kühe aus dem Wasser steigen, danach sieben häßliche und magere Kühe, und die häßlichen, mageren fraßen die schönen, fetten.

    • Tätige Reue

      In Bayern ist die Justiz auch nicht mehr so, wie Franz Josef Strauß sie gerne haben möchte. Er und sein mittlerweile ins Innenressort abgewanderter Justizminister Karl Hillermeier hatten die Nürnberger Massenverhaftung vom März 1981 – 141 mutmaßliche Demonstranten auf einen Streich – noch lautstark verteidigt, als die dabei begangenen Rechtsbrüche für jedermann längst offenkundig waren.

  • Ausgabe 1983/02

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    • Genötigt

      Karl Carstens’ Ankündigung, er werde erst am Freitag dieser Woche im Fernsehen bekanntgeben, welchen Sinnes er (geworden) sei, wirkte eher gequält.

    • Luther-Welle

      Die Jubiläen kommen auch immer früher. Goethe feierten wir schon 1981, an Orwells Horrorjahr 1984 werden wir seit Jahresanfang 1983 erinnert, und für das eben eingeläutete Luther-Jahr ’83 ist bereits eine Leistungsbilanz fällig: 11 Monate vor dem 500.

  • Ausgabe 1983/03

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    • Propaganda, die zum Handeln zwingt

      An der Spitze des sowjetischen Imperiums hat sicher noch nie ein Mann gestanden, der über das, was in der Welt und auch im eigenen Lande vorgeht und gedacht wird, so verhältnismäßig ungefiltert informiert war wie Andropow – denn er war der bisherige KGB-Chef.

    • Bonn ohne Wehner

      Mit seinen Widersprüchen hat Wehner ein Stück Nachkriegsrepublik verkörpert. Für ihn ging es von Anfang an darum, Politik für Deutschland zu machen, was beide deutschen Staaten einschließt.

  • Ausgabe 1983/04

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    • Leidiges Lied

      Was waren das noch für Zeiten, als hierzulande die Devise galt, daß singe, wem Gesang gegeben. Heute fällt es uns schwer, den richtigen Ton zu finden.

    • Umworbenes Bonn

      Drei Besucher folgen einander in Bonn in diesen Tagen, die allesamt das Ziel verfolgen, Einfluß auf die Politik der Bundesre-Dem sowjetischen Außenminister ging es darum, die Bundesrepublik aus der Nato-Entscheidung über die Nachrüstung herauszudrängen.

  • Ausgabe 1983/05

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    • Neu entdeckt

      Man werde über seine Amtsführung noch eraunt sein, hatte Innenminister Zimmermann (CSU) – mit Blick auf seine nicht wenigen Kritiker – verkündet.

    • Bumerang

      Alexander Schubart wirkt notorisch maßlos. Das Urteil des hessischen Staatsgerichtshofs, das Anfang 1982 ein Volksbegehren gegen den Bau der Startbahn West verwarf, denunzierte er als „Willkür“ in einem „Geheimverfahren“; damit, so drohte er damals, sei die Chance zu einer „friedlichen und demokratischen Konfliktlösung aus der Hand geschlagen“.

  • Ausgabe 1983/06

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    • Im Stechschritt

      Sonderprogramm des DDR-Fernsehens: Die Staatsführung erweist den Opfern des deutschen Faschismus und Militarismus die Ehre. Wie tut sie das? Sie trägt getragene Mienen zur Schau – und Volksarmee samt Betriebskampfgruppen lassen das Straßenpflaster unter ihrem gestochenen Stechschritt erbeben, daß den Paradierenden am nächsten Tag noch die Fußsohlen in den Knobelbechern gebrannt haben müssen.

    • Fahrt ins Blaue

      Alles ist bereits so, wie es wohl sein muß: Die Parteimaschinen laufen auf Hochtouren; der Aggressions-Pegel in Reden, Interviews und Erklärungen steigt; die Straßenränder bepflastern sich mit jenen überdimensionalen, Vertrauen, Tatkraft und Sympathie verstrahlenden Hochglanz-Gesichtern, zu denen die Werbe-Fachleute die Spitzenkandidaten stilisieren.

  • Ausgabe 1983/07

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    • Barbies Spur

      Söhne, Buße, Strafe – für den bald siebzigjährigen Klaus Barbie werden sie nichts mehr bedeuten. Der ehemalige Gestapo-Chef, der den Beinamen „Schlächter von Lyon“ trug und den die Franzosen nächstes Jahr wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ vor Gericht stellen werden, hat nun, da er vierzig Jahre nach seinen Untaten endlich den Richtern überantwortet werden konnte, mit seinem Leben in Freiheit abgeschlossen.

    • Am seidenen Faden

      Israel fühlt sich allein gelassen. Muß deshalb befürchtet werden, es setze nun erst recht auf den nächsten Krieg? Schon geht in Washington die Furcht um, Menachem Begin könnte bald im Libanon zum Schlag gegen die Syrer ausholen.

  • Ausgabe 1983/08

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    • Überschlau

      Nichtig war der Anlaß, verblüffend die Ausbeute. Fünf Wochen ist es her, daß Generalbundesanwalt Rebmann dem linken Hamburger Magazin konkret seine Aufwartung machte – ein sehr spätes Nachspiel auf die Affäre Langemann, jene seltsamen Geschichten aus dem Innenleben von Bundesnachrichtendienst und bayerischer Politik, die konkret Anfang 1982 veröffentlicht hatte.

    • Eine Krise des Willens

      Nun ist guter Rat teuer. Die Elf-Tage-Visite des amerikanischen Vizepräsidenten George Bush in Europa endete mit dem nicht mehr unerwarteten Befund, daß nicht ein einziger Regierungschef noch einen Pfifferling gibt für die Hebelkraft der Null-Null-Lösung, mit deren Hilfe den Sowjets in Genf die Verschrottung ihrer Mittelstreckenraketen abgetrotzt werden sollte.

  • Ausgabe 1983/09

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    • Rechte Gefahr

      Als vor einigen Jahren Willy Brandt und Herbert Wehner Alarm schlugen, weil der Rechtsradikalismus in der Bundesrepublik immer gefährlicher werde, wurden sie fast verlacht.

    • Die Weltwirtschaft ist unser Schicksal

      Zum erstenmal seit dem Machtwechsel in Bonn meldet sich Bundeskanzler a. D. Helmut Schmidt zu Wort - nicht als Parteipolitiker, sondern als Weltwirtschaftsexperte (Februar 1983).

  • Ausgabe 1983/10

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    • General in Fesseln

      Vor einem Jahr verkündete Polens stellvertretender Ministerpräsident Rakowski, einer der führenden Sanierungsbeauftragten General Jaruzelskis, in der Times, die Partei sei „intellektuell und politisch bankrott“.

    • Fuchtelei

      Die Bundesrepublik glich in den vergangenen Wochen einem Zirkus mit mehreren Manegen: Wahlkampf und Lohnkämpfe fanden zur gleichen Zeit statt.

  • Ausgabe 1983/11

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    • Kohl – Kanzler aus eigenem Recht

      Am 6. März hat sich die Bundesrepublik verändert. Da ist nicht nur, wie in vielen Wahlen zuvor, die Regierung im Amt bestätigt worden.

    • Gleichklang

      Es ist schon ungewöhnlich, daß der Genosse Trend in Frankreich wie in der Bundesrepublik am gleichen Tag in die gleiche Richtung marschiert – nach rechts.

  • Ausgabe 1983/12

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    • Das Paradies als Lager

      Die Dame des Hauses, wohlvertraut mit Lebensweise wie Theorien des Gastes, fragte Karl Marx am Ende des Abends, an dem man sich darüber gestritten hatte, wer im Zukunftsstaat denn die niederen Arbeiten verrichten solle: „Ich kann mir Sie auch nicht in einer nivellierenden Zeit denken, da Sie durchaus aristokratische Neigungen und Gewohnheiten haben.

    • Wenn Hysterie die Vernunft übermannt

      Wer kurz vor dem 6. März – unserem von den Bündnispartnern zum „Schicksalstag Europas“ stilisierten Wahltermin – in Amerika war, konnte nur staunen über den Grad der dort herrschenden Fehlvorstellungen.

  • Ausgabe 1983/13

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    • Vage Versprechung

      Ist dies die Wende? Wird jetzt Remedur geschaffen? Kommt nun die geistig-moralische Erneuerung? Es darf erst einmal aufgeatmet werden.

    • Freiheit, Freiraum und Fragebögen

      Die beiden Regeln stehen in keinem Lehrbuch der Logik, ihre Gültigkeit jedoch wird durch alle Lebenserfahrungen vielfältig bestätigt: Murphy’s Law und Breitensteins Kartoffel-Theorem.

  • Ausgabe 1983/14

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    • Fakt und Fiktion

      Jede Regierung braucht ihre Rhetorik, ihre Spruchweisheiten für den Hausgebrauch, ihre ideologischen Formeln. Überhöhung gehört dazu – aber sie sollte das Geschäft des Regierens nicht stören.

    • Ein Schritt vor, ein Schritt zurück

      Reagans Pläne einer Raketenabwehr unterhöhlen die Chancen der Genfer Verhandlungen

  • Ausgabe 1983/15

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    • Ladykiller

      Den gebeutelten Franzosen, denen in diesen Tagen soviel an Mythen und Materie zerrinnt, bleibt so gut wie nichts erspart. Seit über 500 Jahren und seit den Engländern hat nie wieder ein Sterblicher – kein Jakobiner, kein Anarchist, kein äußerer Feind – der Jungfrau von Orléans nachgestellt.

    • Das Unbehagen an der alten Politik

      Das heitere Vorspiel ist zu Ende, der Ernst des politischen Alltags beginnt – so mag sich für manchen die Bonner Szene darstellen, nachdem der neue Bundestag seine Konstituierung hinter sich gebracht hat.

  • Ausgabe 1983/16

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    • Rotes Licht aus Karlsruhe

      So nicht“ – das ist der Tenor der einstweiligen Anordnung, mit der das Bundesverfassungsgericht am Mittwochmorgen den Volkszählern in den Arm gefallen ist.

    • Nahost ohne Aussicht

      Ein schwarzer Tag für den Nahen Osten: In dem portugiesischen Badeort Albufeira wurde der PLO-Beobachter bei dem Kongreß der Sozialistischen Internationale, Issam Sartawi, ermordet.

  • Ausgabe 1983/17

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    • Später Zorn

      den Umständen, wie der niedersächsische Gastwirt Rudolf Burkert beim Verhör im DDR-Grenzkontrollpunkt Drewitz zu Tode gekommen ist, bleibt noch manches rätselhaft.

    • Heißer Mai?

      Der Mai ist noch nicht gekommen, aber Polens Behörden schlagen und teilen kräftig aus: Sie verhaften wieder, sie verhören und behindern Walesa, sie beschlagnahmen illegale Druckereien und Sendeanlagen.

  • Ausgabe 1983/18

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    • Damit Deutschland nicht zerplatzt

      Die gespenstische Vision stammt von Walter Rathenau, zu Papier gebracht unter dem Alp, „daß Deutschland zerplatzt“, kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs: „Ein behäbiger Rheinbund größten Stils von Konstanz bis Hannover wird pfleglich behandelt, und in der Form einer Republik Brandenburg bleibt das Nest der Sünde übrig, außerhalb deutscher Beziehungen und menschlicher Gemeinschaften, ein Wendenland, dem man es überläßt, zum Heidentum zurückzukehren oder sich nach den Methoden Bela Kuns zu verwalten .

    • Kreiskys Abschied

      Nun also verläßt Bruno Kreisky das Palais am Ballhausplatz, in dem alle österreichischen Kanzler seit Maria Theresias Tagen amtiert haben – von Kaunitz über Metternich bis zu Dollfuß, der dort am 25.

  • Ausgabe 1983/19

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    • Falsches Schema

      Konziliant im Ton, aber unmißverständlich hart in der Sache hat Präsident Reagan in der vorigen Woche seine Mittelamerika-Politik vor beiden Häusern des Kongresses vertreten: „Die nationale Sicherheit Gesamt-Amerikas steht auf dem Spiel.

    • Ohne Chance?

      Alle reden vom Waldsterben, aber die große Chance, wirklich etwas dagegen zu tun, hat der Bundesrat in der vorigen Woche, verstreichen lassen.

  • Ausgabe 1983/20

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    • Fälscher am Werk

      aUnstern hat über dem stem gewaltet. Hits Tagebücher, die er der Weltöffentlichkeit der alle gebotene Skepsis als Fund des Jahrhunderts zu verkaufen suchte, haben sich als plumpeste Fälschung erwiesen.

    • Vor der Wahl

      Mrgaret Thatcher läßt wählen. Die britische Premierministerin kann das Unterhaus nach freiem Entschluß entlassen und den Neuwahltermin vor Ablauf der eigentlich fünfjährigen Legislaturperiode festsetzen.