Heinz Nixdorf hat lange mit sich gerungen, bevor er endlich den Weg für seine Nixdorf Computer AG an die Börse freimachte. Schon in den frühen siebziger Jahren liebäugelte er mit Nixdorf-Aktien, vor sechs Jahren beteiligte er die Deutsche Bank an seinem Unternehmen und ließ wieder über Börseneinführungen spekulieren. Vor drei Jahren kündigte er für 1984 Nixdorf-Aktien an. Jetzt endlich sollen im Frühsommer die Papiere verkauft werden.

Nichts also kann überraschen an dem Schritt des Paderborner Pionierunternehmers – und dennoch hat er Symbolcharakter. Denn jetzt wird es Aktien geben von einer Firma, die beispielhaft für die Wirtschaftsgeschichte der Bundesrepublik ist. Der Gründerunternehmer selbst ist erst 58 Jahre alt, seine Firma, 1952 entstanden, setzt heute 2,7 Milliarden Mark um, beschäftigt fast 18 000 Menschen und hat Weltgeltung.

Börsenneulinge hat es schon im letzten Jahr gegeben; darunter waren auch bekannte Namen wie Wella Kosmetik und Hagen Batterien. Aber erst Nixdorf gibt der Wiederentdeckung der Aktie den richtigen Glanz. Das lange Warten hat sich gelohnt. Der Gang des eigenwilligen Unternehmers an die Börse ist für die Protagonisten dieser Anlageform mehr wert, als alle Werbekampagnen der vergangenen Jahre. dg