Inzwischen hat er sich herumgesprochen, der Trick mit der vorzeitigen Auszahlung von Weihnachts- und Urlaubsgeld. Eine Gesetzeslücke, so weiß man, erlaubt es Arbeitgebern und Arbeitnehmern gleichermaßen, durch verfrühte Sonderzahlungen Sozialabgaben zu sparen.

Doch die Freude über den unverhofften Geldsegen könnte mancherorts verfrüht gewesen sein. Gestützt auf eine Mitteilung der Sozial- und Krankenversicherungen hatten nämlich einige Firmen die Gratifikationen erst Anfang Februar überwiesen, bei den ersparten Sozialabgaben jedoch auf Januar abgehoben. Denn die Ersparnis ist umso größer, je früher gezahlt wird.

Nun aber will das Bundesversicherungsamt in Berlin solchen Manipulationen einen Strich durch die Rechnung machen. Anders als die Versicherungsverbände will es die Rückrechnungen nicht gelten lassen. Womöglich müssen jetzt die Gerichte entscheiden, wer am Ende recht behält.

Bundesarbeitsminister Norbert Blüm kann also vorerst hoffen, daß wegen der vielleicht einzubauenden Bremse seine Berechnungen der Mehreinnahmen für die Sozialversicherungen doch nicht so stark nach unten korrigiert werden muß, wie zunächst befürchtet worden war. ms