Dänemark ist sicher kein Land für abenteuerlich veranlagte Urlaubstypen und nicht das richtige Ferienziel für Alleinreisende, die mal richtig einen draufmachen wollen. Für Erholungssuchende, speziell für Familien mit Kindern, ist der Ferienhaus-Urlaub in Dänemark aber auf jeden Fall eine ernsthafte Überlegung wert. Von Norddeutschland aus erreicht man nahezu jedes dänische Ferienziel innerhalb eines Tages, wobei man sich dann sogar die Zeit lassen kann, die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit einzuhalten. Die Dänen selbst fahren maximal zehn Stundenkilometer schneller, denn sonst wird es sehr teuer, wenn einen die Gendarmen des Königreiches erwischen.

So typisch wie die Bettenburgen für Arenal auf Mallorca und die gemütlichen Pensionen für den Wintersport in Österreich sind, so typisch sind Ferienhäuser für Dänemark. Um so verständlicher ist es, daß mancher hochgestimmte Urlauber zunächst von dem äußeren Erscheinungsbild seines Ferienhäuschens enttäuscht ist. Die grünlich angestrichenen hölzernen Außenwände sehen oft eher karg aus und halten keinem Vergleich stand mit den in blankem Weiß erstrahlenden Bauernhäusern, die man vorher entlang der Straße gesehen hatte. In den meisten Fällen verfliegt diese erste Enttäuschung aber bereits, wenn man die Tür des Ferienhauses öffnet. Wer in seinem Domizil auf Zeit nicht gerade altdeutsche Wohnzimmerpracht oder Gelsenkirchener Barock erwartet, der wird sich schnell heimisch fühlen in der spezifischen skandinavischen Gemütlichkeit, die Ferienhäusern auch in Schweden, Norwegen und Finnland zu eigen ist. Die Wände sind oft mit nördlicher Kiefer oder Fichte verkleidet, große, rustikale Holztische, schlichte, aber bequeme Sitzmöbel, Kerzen und ein häufig recht origineller Wandschmuck prägen die Innenausstattung. Wenn es auch wenig Luxus gibt, so ist fast alles sehr zweckmäßig, praktisch und ordentlich – für eine Familie mit Kindern sicher wichtiger als Plüsch und Prunk.

Man wird in den Ferienhäusern an der Küste nur selten einen festverlegten Teppichboden finden. So kann der unermüdlich und mit jedem Schritt ins Haus getragene Sand mühelos zusammengekehrt werden, der Teppich wird kurzerhand vor der Hütte ausgeschüttelt.

Wer ein Feriennaus für sechs oder acht Personen mietet, sollte sich darüber im klaren sein, daß meist nur in einem Schlafzimmer ein normales Doppelbett steht, in den anderen Schlafräumen sind Etagenbetten die Regel. Selbst die preisgünstigsten Häuser verfügen über eine Dusche. Bei kaum einem Haus fehlt die Terrasse, oftmals sind zwei vorhanden, teils überdacht. Apropos Dach: In einigen Gegenden Dänemarks wundert sich der Besucher über die mit Dünengras bewachsenen Dächer der Ferienhäuser. Das ist aber nicht nur praktisch, weil so auch im heißen Sommer die Räume relativ kühl bleiben und im Winter eine recht gute Wärmeisolierung gegeben ist, das Erscheinungsbild paßt sich auch gut in die Landschaft ein.

In einigen Ferienorten stehen die Häuser so eng wie Reihenhäuser beieinander. Meist stehen die Einzelhäuser aber ohne jede erkennbare Ordnung in der Landschaft. Der dänische Eigentümer – für Ausländer ist es fast unmöglich, Grundbesitz zu erwerben, – käme nicht auf die Idee, die Grenzen seines Grundstücks durch einen Zaun zu markieren, andererseits wird dort kaum jemand ohne triftigen Grund dem Haus eines anderen zu nahe kommen.

Da fast alle Mieter von Ferienhäusern mit dem eigenen Auto anreisen, ist das Einkaufen kein Problem. Ein Købmand ist in der Regel innerhalb von fünf Minuten mit dem Auto zu erreichen und der vielleicht preisgünstigere Supermarkt innerhalb von zehn Minuten.

Da durch entsprechende Hinweise in den Häusern oft der Inhaber des Hauses erkennbar ist, wird mancher Gast überlegen, ob nicht die direkte Buchung für ihn günstiger ist als die über ein Reisebüro oder einen professionellen Ferienhausvermieter. Nur ein genauer Vergleich von Preis und Leistung kann dies klären. Dabei sollte man auch bedenken, daß bei eventuellen Reklamationen und direkter Buchung der Ansprechpartner weit weg ist und dänisches Recht angewendet wird. Wer privat bucht, muß auch lange Antwortzeiten einplanen, und das kann speziell für die Hochsaison-Monate Juli und August manchmal zur Folge haben, daß das gewünschte Haus nicht mehr frei ist. Oft übernehmen auch die örtlichen Fremdenverkehrsvereine die Vermittlung. Zu beachten ist auch, ob bei dem direkten Angebot die Nebenkosten für Strom, Heizung (die meisten Häuser haben in jedem Raum mindestens einen Heizkörper), Reinigung und so weiter enthalten sind.