Noch ist die Frage, ob für die deutschen Aktienmärkte eine Kaltfront oder ein neuer Frühling kommt, nicht entschieden. Die Börse steht weiter in Wartestellung, hofft und muß – wie letzten Dienstag – Rückschläge hinnehmen, vor allem dann, wenn Krisen, wie jetzt in Nah- und Mittelost, nervös machen.

Aber es hat auch Hinweise auf besseres Aktienwetter gegeben. Kaum hatte sich die New Yorker Wall Street einmal erholt, kaum deuteten schwächere Dollarkurse ein Rückfluten internationaler Anlagemittel in die deutsche Mark an, da stieg der deutsche Berufehandel in üblicher Weise in von Ausländern bevorzugte Spitzenaktien ein.

Typische Beispiele: Siemens und Deutsche Bank, BMW und Daimler-Benz, die Rucks nach oben machen konnten. Aber dies war noch kein neuer Großanlauf für weitere Kurssteigerungen. Vor allem die Notierungen der Autofavoriten BMW und Daimler-Benz bekamen nach Steigerungen um 3 bis 5,5 Prozent ihres Wertes wieder kräftig „einen auf die Münze“. Also noch immer Wechselbäder!

Halten sich die konservativen Anleger noch zurück, so liegen die mehr spekulativ eingestellten doch hellwach auf der Lauer. Das zeigte sich auch am Erfolg eines Börseninformationsdienstes, dessen Hinweis auf britische Käufe deutscher Stahlaktien riesige Umsätze und Kurssteigerungen um sieben Prozent des Wertes bei Klöckner an einem einzigen Tag auslöste.

Zwischendurch betätigt man sich hier und da bei regionalen Spezialaktien, die meist eher nach oben tendierten. Das gilt beispielsweise für den relativen Börsenneuling Behrens, das gilt selbst für Werftaktien. Daß im allgemeinen aber auch private deutsche Anleger sorgfältig auswählen, zeigt sich immer wieder in der Bevorzugung von NWK-Vorzügen vor der im politischen Fahrwasser schwimmenden HEW-Aktie.

Auch am Rentenmarkt wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Nachdem die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen deutlich unter die Acht-Prozent-Marke auf 7,93 Prozent gesunken war, wurde auch hier erst einmal gebremst. ITS