Ein Merksatz für Liebhaber: „Wer Fische hält, sollte davon ausgehen, daß sich im Leben eines Fischchens nicht alles einpendelt. Im Beruf, sei es bei der Arbeit in einem Büro, auf der Baustelle oder wo immer man ihr nachgeht, mag es möglich sein, daß sich eine Sache durch das bekannt lange Liegen von selbst erledigt. Nicht so im Aquarium.“

So steht es im Vorwort zu einem kleinen Sachbuch „Das Aquarium“. Schon ahnt man die tieferen Gründe, deretwegen Helmut Kohl sich in seinem Arbeitszimmer im Kanzleramt ein 240 Liter großes Becken hat aufstellen lassen. Wie oft wird der Kanzler nun diese jüngste Errungenschaft, übrigens ein Präsent aus Berlin, versonnen betrachten und sich anregen lassen?

Im Bonner General-Anzeiger, dem wir die Nachricht über Kohl und die kleinen Fische verdanken, ist auch enthüllt worden, in der Regel kümmere sich ein Mitarbeiter im Kanzleramt um das Becken. Aber: „Gelegentlich sorgt der Kanzler auch selbst fürs Frühstück seiner geschuppten Lieblinge.“ Er hat allen Grund dazu: zwei Millionen Deutsche teilen, wie der Stern soeben vermeldet, mit Kohl dieses Hobby. Da werden wohl demnächst die Demoskopen berichten, daß die Beliebtheit des Kanzlers wieder auf wunderbare Weise gestiegen ist.

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Das Land Baden-Württemberg, das sich in Sachen restriktive Asylverfahren so leicht von niemandem überbieten läßt, hat einen neuen Vorstoß gemacht. Nach dieser Novelle, mit der sich der Bundesrat befaßt, soll das Gesetz aus dem Jahr 1982 – es sollte nach zwei Jahren auslaufen – gegen die Wünsche der FDP auf unbefristete Zeit gelten. Ziel ist es darüber hinaus, Asylbewerber, deren erster Antrag – weil offensichtlich unbegründet – abgelehnt wurde, auch dann abschieben zu können, wenn sie einen neuen Antrag stellen.

Pikanterie am Rande: Zwar haben sich CDU/CSU und FDP in Bonn nicht auf einen Gesetzentwurf darüber verständigt – der Stuttgarter Antrag entspricht aber einem Referentenentwurf des Innenministeriums bis aufs Wort. Innenministerium und Justizministerium haben sich übrigens schon auf einen Kompromiß nach Zimmermanns Geschmack eingependelt: Das Gesetz soll bis 1988 weitergelten.

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