Heiner Geißlers „Bundesstiftung Mutter und Kind“ stößt auf Argwohn und Kritik

Von Margrit Gerste

Bonn

Ist Minister Heiner Geißler ein unverstandener Mann? Er will schließlich nur Gutes: Den Familien soll es irgendwann einmal besser gehen, sie sollen weniger Steuern zahlen und mehr Kindergeld kriegen, Frauen, die Kinder erziehen, sollen dies nicht mehr umsonst tun, Schwangeren in wirtschaftlichen Nöten soll geholfen werden, ebenso den Frauen, die im Beruf vorankommen wollen, darin aber mangels gleicher Rechte und Chancen behindert werden. Der Minister, so sagen seine Mitarbeiter nicht ohne Stolz und Freude, habe sich den Interessen der Frauen verschrieben, ja, er sei „in diesem Kabinett überhaupt ihr einziger Lobbyist“.

Doch schon die erste gutgemeinte Tat wird ihm um die Ohren geschlagen. Dem Frauenfreund wird Frauenfeindliches bescheinigt. Und schon in dieser Woche stehen ihm Resolutionen und Demonstrationen ins Haus.

Seine erste gute Tat heißt „Bundesstiftung Mutter und Kind“. Mit ihr soll „jeder Frau, die sich wegen einer Schwangerschaft in einer materiellen Notlage befindet, geholfen werden“ – schnell, unbürokratisch und gezielt. Braucht sie eine Waschmaschine, die Babyausstattung, eine Familienhelferin? Kein Problem, Beratungsstellen, die jene Frauen, die sich meist schon zu einem legalen Schwangerschaftsabbruch entschlossen haben, aufsuchen müssen, können derlei „Überbrückungshilfen“ dank der Stiftung vom Sommer dieses Jahres an zusagen. Zunächst 25 Millionen Mark, dann jährlich 50 Millionen sollen ihnen bundesweit zur Verfügung stehen.

Enormer Druck