Die Finnen lieben es, aus allem und jedem einen Wettkampf zu machen. Diese Erfahrung kann der Besucher schnell und manchmal in unangenehmer Weise machen, wenn er mit einem Einheimischen in einer Sauna zusammentrifft. Nach dem Motto: Wer hält es am längsten in extremer Hitze aus. Meistens gewinnt dieses schon fast selbstzerstörerische Spiel der Finne.

Das Baumstammreiten ist jedoch keine verrückte Sportart. Es ist vielmehr eine Notwendigkeit für die Holzfäller, die Tausende gefällter Bäume bis zu hundert Kilometer flußabwärts und durch äußerst gefährliche Stromschnellen zu führen haben.

Die Flößer sind oft monatelang unterwegs und haben nur eine knapp bemessene Freizeit, in der sie sich gern mit ihren Talenten als „Baumreiter“ messen. Aus diesem Spaß der finnischen Wildwasser-Cowboys wurde allmählich ein etablierter Wettkampf. Seit 1927 gibt es sogar offizielle Meisterschaften im Baumstammreiten. Allerdings wird es immer schwerer, geeignete Wettkampfstätten zu finden, da immer mehr Stromschnellen gebändigt werden. Aber es gibt noch einige wenige Flüsse, wo die Voraussetzungen für solche Meisterschaften vorhanden sind.

Die besten Bedingungen für diesen Wettstreit findet man in Nordkarelien. Hier rauschen und gurgeln noch herrliche Stromschnellen in unberührter Wildnis.

Die Spielregeln: Der Teilnehmer einer Stromschnellenfahrt muß auf einem Baumstamm stehen und die Hindernisse meistern. Das heißt, er muß auf dem Baumstamm stehen, wenn er startet, und er muß stehend das Ziel erreichen. Zwischendurch darf er zweimal ins Wasser fallen.

Solche Fahrten auf freischwimmenden Baumstämmen macht man nur in Finnland. Beim Baumstamm-Marathon sind 1000 Meter mit verschiedenen Aufgaben zurückzulegen. Ein oder zwei Männer balancieren auf dem freischwimmenden Baumstamm und versuchen mit Stangen (ähnlich wie bei den Seiltänzern) die Balance zu halten. Erschwert wird das ganze dadurch, daß der Stamm im Wasser rollt. Ein Laie würde nicht einmal einen Meter weit kommen.

Noch schwieriger wird es beim „Sumajuoksu“. Hier müssen die Teilnehmer über ein freischwimmendes Floß aus unterschiedlich langen Baumstämmen laufen. Das ist nicht ungefährlich, denn bei einem Sturz ins Wasser kann man leicht von einem der Stämme getroffen werden.