Im südlichen Afrika sind starre Fronten in Bewegung geraten: Südafrika verständigte sich direkt mit Angola und Moçambique.

Am Montag dieser Woche einigten sich eine südafrikanische Delegation unter Außenminister Roelof Botha und Vertreter der moçambiquanischen Regierung in Maputo darauf, bald einen Nichtangriffspakt zu unterzeichnen. Abgeschlossen wurde anscheinend schon ein gegenseitiges Abkommen: Maputo will künftig nicht mehr den schwarzen African National Congress unterstützen; Pretoria stellt seine Unterstützung für die Rebellenbewegung „Renamo“ ein.

Beide Staaten haben ein Interesse daran, die arg gespannten Beziehungen zu verbessern. Das von Hungersnot und Wirtschaftskrise geplagte Moçambique braucht dringend Ruhe und Hilfe. Südafrika möchte endlich Strom aus Cabora Bassa beziehen, doch seit mehreren Monaten ist die Hochspannungsleitung gesprengt. An südafrikanischen Zahlungen hat auch Portugal großes Interesse, das schwer an den Verbindlichkeiten aus dem Staudammbau trägt. Portugal verfolgt seit gut einem Jahr eine Politik des kenntnisreichen Mittlers zwischen seinen ehemaligen Kolonien und Südafrika.

Für Pretoria bringt das Abkommen vor allem aber außenpolitische Reputation: Ein schwarzafrikanischer Staat hat – ohne Druck von außen – mit dem Apartheid-Regime auf der Basis des gegenseitigen Nutzens öffentlich verhandelt. Die nicht öffentlichen Wirtschaftsbeziehungen funktionieren zwar gut, werden aber schamhaft verschwiegen.

Am Donnerstag voriger Woche vereinbarten Südafrika und Angola unter Beteiligung der Vereinigten Staaten eine Waffenruhe an der Grenze Namibias zu Angola. Eine gemischte Kommission, an der sich wohl auch einige Amerikaner beteiligen werden, soll überwachen, daß

  • Südafrika seine Truppen ganz aus Südangola zurückzieht, wo es einen breiten „Sicherheitsstreifen“ besetzt hält;
  • die namibische Befreiungsbewegung Swapo das freiwerdende Territorium nicht zu Überfällen auf Namibia benutzt.

Entspannung mit Angola wird schwieriger als ein Übereinkommen mit Moçambique. Bisher lautete die Maximalforderung beider Seiten: Erst wenn die Kubaner aus Angola abgezogen sind, räumt Südafrika Namibia. Die angolanische Regierung braucht freilich die Kubaner gegen die angolanische Rebellenbewegung Unita unter Jonas Savimbi, der mit massiver südafrikanischer Unterstützung das halbe Land – nach eigenen Angaben – beherrscht.