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Ausgabe 16/1984

Artikelübersicht
Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.
- Politik
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Italien: Schwarze Tage für Craxi
Noch nicht die Regierung Craxi selbst, aber das vom ersten sozialistischen Ministerpräsidenten Italiens erlassene „Anti-Inflationsdekret“, mit dem er erstmals die Kommunisten brutal heransgefordert hat, verendet in einer parlamentarischen Redeschlacht.
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Nicaragua: Der CIA legt Minen
Der amerikanische Geheimdienst CIA hat die nicaraguanischen Häfen am Pazifik von Gegnern der Sandinisten verminen lassen. Nicaragua will den Internationalen Gerichtshof anrufen; Washington entzieht sich einem Richterspruch aus Den Haag.
Von Hans Jakob Ginsburg
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Wo sich der Krieg eingefressen hat
Die üppig grüne Landschaft mit bizarrer Felskulisse und schlankem Bambusgewächs erinnert an chinesische Tuschzeichnungen. Die Provinzhauptstadt Lang Son, strategischer Knotenpunkt, 140 Kilometer nördlich von Hanoi an der Grenze zu China gelegen, erinnert an Krieg, an Artillerieduelle und Stoßtruppunternehmen entlang jener Höhenzüge, von denen die einsame und unübersichtliche Vietnam-China-Grenze markiert wird.
Von Andreas Kohlschütter
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BONNER BÜHNE
Liberale Zündeleien
Einerseits möchte die FDP jene vergleichsweise rechten Parkwähler zurückholen, die sich während ihres Bündnisses mit der SPD bei der CDU aufgehalten haben.
Von Carl-Christian Kaiser
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Kompromiß in Polen
Der Kreuzzug gegen die Kruzifixe, den General Jaruzelskis Regime vor Wochen begann, ist mit einer Teilkapitulation des Regimes zu Ende gegangen.
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Spanien und die Nato
Madrids Dilemma
Die regierenden Sozialisten in Spanien tun sich schwer mit der Nato-Mitgliedschaft. Als die Vorgänger-Regierung Calvo Sotelo im November 1981 den Beitritt zum Nordatlantik-Pakt durch die Mitte-Rechts-Mehrheit des Parlaments beschließen ließ, fühlten sich die spanischen Sozialisten überrumpelt.
Von Christoph Bertram
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Techniker des Bomben-Terrors
Schon seine Flieger nannten ihn empört the butcher, den Schlächter; als „Bomber-Harris“ ist Sir Arthur Harris, seit 1942 Kommandeur der britischen Bomberflotte, in die Kriegsgeschichte eingegangen.
Von H. B.
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NAMEN UND NACHRICHTEN
Der sowjetische Parteichef Konstantin Tschernjenko gab in einem Interview den Vereinigten Staaten die Schuld am gegenwärtigen Stillstand bei den Abrüstungsverhandlungen.
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Deutsch-englische Konferenz
Ratlos in der Sackgasse
Eigentlich hatten alle eine bittere Fehde zwischen Briten und Deutschen erwartet, gegenseitige Vorwürfe und Schuldzuweisungen wegen der jüngsten Krise der Europäischen Gemeinschaft.
Von Theo Sommer
- Wirtschaft
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Gespräche am Bankschalter
Großbanken blieben Polsterwerkstätten
Nutznießer des guten Bankjahres 1983 war auf alle Fälle der Fiskus. Er kassiert von den drei Großbanken erheblich mehr an Steuern als im Jahr zuvor.
Von Ihr Securiut
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Zeit spart Geld
Wenn Eltern bereits zu Lebzeiten Haus- und Grundbesitz auf Kinder übertragen und sich dabei den Nießbrauch oder ein Wohnrecht vorbehalten, können sie trotzdem die Abschreibung für dieses Objekt in Anspruch nehmen.
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Industrieansiedlung in Großbritannien
Werben mit den Japanern
Die Industriewerber im Nordosten Englands waren außer sich vor Freude. Der Fisch aus Japan war ins Netz gegangen. „Wir haben Nissan an Land gezogen“, jubelten die Grafschaft Tyne und Wear, die Staat Sunderland und die Entwicklungsgesellschaft des Ortes Washington in ganzseitigen Zeitungsanzeigen.
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Vereinigte Staaten
Reagan bekommt die Rechnung
Daß er diesen Paul Volcker nicht gefeuert hat! Daß er die Gelegenheit dazu nicht beim Schopfe gefaßt hat, als die Amtszeit des US-Zentralbankchefs im vergangenen Jahr auslief! Wenn er die Schaltstelle der Federal Reserve Bank damals mit einem gehorsamen Gefolgsmann vom Schlage seines Finanzministers Donald Regan besetzt hätte, dann müßte er jetzt nicht um seine Wiederwahl bangen.
Von Jes Rau
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Kursbarometer
Aktien in der Feinabstimmung
Flachleute behaupten, daß sich der deutsche Aktienmarkt zur Zeit in einer ausgedehnten Konsolidierungsphase befindet, abzulesen in erster Linie an den unterschiedlichen Kursbewegungen innerhalb der Branchen.
Von Gewinnverhältnis von 8
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Werbung
Spitze durch Mittelmaß
Durch geschickte Anpassung an den Massengeschmack bleibt die HB die erfolgreichste Zigarette
Von Gunhild Freese
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„Nach Willem ging’s bergab“
Die einen haben es immer schon gewußt – die anderen können es immer noch nicht so recht glauben; aber es gibt nichts mehr zu deuteln: Die einst blühende Hansestadt Bremen ist pleite.
Von Helgard Köhne
- Wissen
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Erziehungswissenschaftler
Knirschende Zähne
Erziehungswissenschaftler haben’s nicht leicht. Schon zu der Zeit, als sie im Bündnis mit Bildungspolitikern und Sozialreformern versuchten, ihre Forderungen nach „Bildung als Bürgerrecht“ und „Bildungschancen für alle“ praktisch zu machen, blies innen der Wind stagnierenden Wirtschaftswachstums und geburtenstarker Bevölkerungskohorten ins Gesicht und dämpfte ihre Hoffnung auf Gesellschafts- durch Bildungsreform.
Von C. Wolfgang Müller
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Potemkin
Konstantin Tschernjenko hat sich schnell etabliert – er zieht das Bewährte der Bewegung vor. Zwar erweckt der neue Kremlchef nach außen hin den Anschein, als sorge er im Stil und mit dem Besen Andropows weiter für etwas mehr Profil und Schwung.
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Gehirn und Verstand
Das krumme Ding mit der Intelligenz
Stephen Jay Goulds Abrechnung mit den Intelligenzforschern aus zwei Jahrhunderten
Von Volker Sommer
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Ein Streik brächte uns nicht weiter
Der Grundkonsens zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften darf nicht unter die Räder geraten
Von Kurt Becker
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Ehrabschnitt
Seit den Tagen des unseligen Radikalenerlasses ist die Bürokratie beim Aufspüren von Verfassungsfeinden und ihrer Eliminierung aus dem öffentlichen Dienst überaus erfindungsreich.
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Lämpel liest
Deutsche Kindergärten werden immer mehr zu multinationalen Einrichtungen. Ob sie den vielen verschiedenen Kulturen und Lebensformen, die damit neuerdings in ihnen zum Tragen kommen, lediglich wohlwollend begegnen können – wie die Autoren meinen, oder ob sie diese Ausdrucksform aktiv aufgreifen und damit zum interkulturellen Erfahrungsraum werden, darüber wäre zu debattieren.
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„Ihr werdet nicht mehr atmen können“
Das Dementi kam schnell. Zu schnell? Kaum war die New York Times am Freitag vorletzter Woche erschienen, da wußte die Bonner Welt schon: „Kein Giftgas mit deutscher Hilfe.
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Geburtenregelung
Die sicherste Methode
In die Freude über die zweite Schwangerschaft von Lady Di mischten sich auch Kritische Stimmen. Ein weiteres, drittes Kind wäre „eine Katastrophe“, warnten die Grünen aus Bonn ungefragt, weil es wegen des adligen Vorbildcharakters einen britschen Baby-Boom auslösen könne.
Von Berndmmender
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Vor Nachrufen wird gewarnt
Gehen in Europa die Lichter aus? Die düstere Vorhersage des englischen Außenministers Edward Grey am Vorabend des Ersten Weltkrieges findet heute ein aktuelles Echo.
Von Dieter Buhl
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Zigeunerblut?
Da bahnt sich ein veritabler Skandal an – und daß die Öffentlichkeit alarmiert wird, verdanken wir der kleinen Mannheimer Zeitschrift Communale, in der die Soziologin Hannah Berger berichtet: Seit Juni 1980 sind auf bisher ungeklärte Weise etwa 24 000 „rassediagnostische Gutachten“ aus bayerischem Ministerialgewahrsam verschwunden.
Von F. J. R.
- Reisen
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Arbeitslosigkeit; oder droht sie im Gegenteil die Beschäftigungskrise noch weiter zu verschärfen? Zwei Meinungen:
Contra
Beim Streit um die Arbeitszeitverkürzung gibt es kaum noch Neutrale. Willy Brandt, Altkanzler und Parteivorsitzender der SPD, ergriff im erbitterten Streit um die 35-Stunden-Woche ebenso Partei wie der amtierende Bundeskanzler Helmut Kohl.
- Auto
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Auto-ZEIT
Temposünder müssen im Ausland oft erheblich tiefer in die Tasche greifen ab in der Bundesrepublik. Überschreitet man das Tempolimit beispielsweise um 20 Stundenkilometer, werden hierzulande 40 Mark Verwarnungsgeld fällig, während Frankreichs Gendarmen zu schnelles Fahren mit Geldbußen zwischen umgerechnet 200 und 400 Mark ahnden.
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Styling für den Mann am Steuer
Das Profil des deutschen Autofahrers bleibt stoßgefährdet. Nicht die Physis, nicht Haut und Knochen sind dem Risiko irreparabler Schäden ausgesetzt, sondern seine Persönlichkeit.
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Erfolg mit einer „futuristischen Flunder“
Riesen scheuen Risiken. Besonders wenn die Riesen Industriekonzerne und die Risiken Dollarmilliarden sind. Auf Wagnis setzen Wirtschaftselefanten erst, wenn kein anderer Einsatz mehr Gewinn verspricht.
Von Klaus Viedebantt
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Über allem archaische Sanftmut
Einmal so eine Schulpause erleben. Vom Menschengeschiebe eines Basars in Rawalpindi läßt man sich in einen breiten Toreingang abdrängen, taucht weg aus den Gassen der geheimnisvollen Düfte, beißenden Gerüche, gleißenden Farben: ein riesiger Innenhof, ruhige weite, das lehmige Geviert döst in der Vormittagssonne.
- DIE ZEIT
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Schwermut und kleine Fröhlichkeit
Dichter aus dem Torf
Als „erstaunlicher Fall“ wurde der Lyriker Rainer Brambach nach der Publikation des ersten Gedichtsbuchs „Tagwerk“ (1959) in Kritikerkreisen gehandelt.
Von Dieter Frineeli
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Umweltschutz
Zu früh gelobt
Friedrich Zimmermann gehört zu den nicht seltenen Politikern, die lieber einen Freund als eine Pointe, lieber eine dauerhafte Anerkennung als eine kurzlebige Schlagzeile verlieren.
Von Horst Bieber
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Gedichte und Prosa eines unbequemen Schriftstellers
Mit fast schon sehenden Augen
Als Erich Fried im Januar 1983 den Bremer Literaturpreis erhielt, hieß es in der Würdigung: „Erich Fried war immer ein unbequemer Autor, unbequem gegenüber der Öffentlichkeit und unbequem gegen sich selbst.
Von Alexander von Bormann
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An Bestsellern gescheitert
Aufstieg und Fall
Einen der größten Fehler meines Verlegerlebens“ beging Fritz Molden genauso, wie ihm und seinesgleichen es stets lästernd nachgesagt wurde: Auf der Frankfurter Buchmesse, dem Hauptumschlagsplatz für Schreib-Waren aller Art, kaufte er für 250 000 Dollar ein „sensationell angekündigtes“ Manuskript und begann erst danach, es zu lesen: „Deines Nächsten Frau“ von Guy Talese.
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Ein Schießplatz und das Besatzungsrecht in Berlin
Klage in London
Es gibt noch Richter in Berlin“ soll der Müller von Sanssouci Friedrich dem Großen entgegengehalten und sich dann erfolgreich an das Berliner Kammergericht gewandt haben.
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Kritik in Kürze: Romane, Geschichten, Gedichte aus Deutschland, England, Rußland, Ungarn
„Das Gras wuchs ja umsonst“, von Hans Dieter Baroth. Eine mörderische Geschichtsmaschinerie bewegt sich mit zwei Weltkriegen, Kapp-Putsch, Inflation und Faschismus quer durch das Jahrhundert und bemächtigt sich der Menschen ab Objekte.
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Flexible Arbeitszeit
Kommt, wann sie will...
In vielen Unternehmen wird zur Zeit darüber nachgedacht, wie Arbeitszeiten flexibler gestaltet werden können – entweder, um die knappe Arbeit sinnvoller zu verteilen, oder um persönliche Interessen und Wünsche der Mitarbeiter besser mit den betrieblichen Abläufen koordinieren zu können, als dies bei starren Arbeitszeiten möglich ist.
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Modellversuch Kinderschutz: Kein Geld von der Stadt
Beleidigte Miene
Gütersloh ist eine reiche Stadt. Unter den 150 deutschen Städten mit mehr ab 50 000 Einwohnern haben nur drei weniger Schulden als Gütersloh.
Von Petra Gerster
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Eine Erzählerin aus der Schweiz
Ich, Schalentier
Solange man sich still hält, tut einem keiner was. Nur, daß man mittlerweile zu leben versäumt. Kein Wunder, daß ihre Bewegungsversuche so kläglich ausfallen.
Von Christoph Neidhart
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Einsam wandelt das Rhinoceros
Vom Schreibetier zum Schweigetier
Herr Schmeitzner! Herr Schmeitzner! Aus meinen Briefen etwas abdrucken rechne ich zu den großen Vergehungen. Das thut mir so weh, wie wenig Anderes – es ist der gröbste Vertrauens-Mißbrauch“, schrieb Nietzsche am 14.
Von Caroline Neubaur
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Wolfgang Ebert
Zu Ostern: ein Western
Zu Ostern läuft bei uns ein neuer Western an. Er heißt: „Der Sheriff läßt nicht mit sich spaßen“ und zeigt Ronald Reagan als Western-Helden in einer Rolle, die ihm geradezu auf den Leib geschrieben ist.
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Ein deutscher Arzt im zaristischen Rußland
Heiliger? Helfer!
Der Autor, fragt man sich zunächst, wird sich doch nicht hinreißen lassen, bei seiner Schilderung des Lebens eines Wohltäters der Menschheit kritische Momente zu vernachlässigen? Er ‚wird doch, bei aller fairen Offenlegung, was genutztes historisches Dokument, was persönliche Meinung des Chronisten ist, nicht ein völlig idealisierendes und somit letztlich unbefriedigendes literarisches Porträt präsentieren? Das Mißtrauen wird ein wenig provoziert, wenn der Autor seinen Helden schon im Titel des Buches mit einem religiösen Prädikat auszeichnet: „Der heilige Doktor Fjodor Petrowitsch – Die Geschichte des Friedrich Joseph Haass, Bad Münstereifel 1780 – Moskau 1853“.
Von Rene Drommert
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Wirtschaftsexperte der SED
Ein Individualist, der sich anpassen kann
Günter Mittag: Im Westen geschätzt, weil er ohne Schnörkel zur Sache redet / Von Joachim Nawrocki
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Sendak liebt Monster und den Machandelboom
Dämonen, böse Geister, Kobolde und Monster hat kein Illustrator der Gegenwart im Kinderbuch so meisterlich beschworen wie Maurice Sendak.
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Der Theatermacher
Was ist denn mit all den Jahren dazwischen?“ fragt Walter Schmidinger melancholisch. Vor zehn Jahren spielte er den Hatch in Edward Bonds „Die See“, Regisseur war Luc Bondy.
Von Brigitte Landes
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Berlin: ein literarisches Fundstück
Vom Absterben der Erfahrung
Fundbüro“ lautet ein Denkbild aus Benjamins „Einbahnstraße“, in dem von der gemalten Ferne der Kulisse die Rede ist, von ihrer Verschlossenheit, die sich jeder Annäherung widersetzt.
Von Sibylle Cramer
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Die Rolltreppe
Er hastet mit großen Schritten auf den laufenden Treppen links an dir vorbei; und er macht dabei keinerlei Gebrauch von einer Erfindung, die es einem erlaubt, ohne jeglichen Kraftaufwand nach oben zu kommen.
Von Gerhard Seehase
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Worte der Woche
„Wenn die Arbeiterbewegung fundamental herausgefordert wird – und die Massenarbeitslosigkeit ist eine solche fundamentale Herausforderung dann müssen wir gemeinsam diese Herausforderung annehmen und dürfen nicht vor ihr kuschen.
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Im Streit um die 35-Stunden-Woche prallen die Ansichten hart aufeinander: Ist sie ein geeignetes Mittel gegen die
Pro
Bei der Auseinandersetzung um die 35-Stunden-Woche muß ich immer wieger an solche simplen Dreisatzaufgaben denken, denn sie bieten den Schlüssel zum Verständnis der Forderung nach eider Verkürzung der Wochenarbeitszeit.
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Amerikas merkwürdige Wahlsitten
Parteien ohne Programm, ohne Mitglieder und ohne zentrale Organisation – Eindrücke aus dem Vorwahlkampf
Von Marion Gräfin Dönhoff
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Italien: Wo König Heinrich IV. büßte
Ein Gang nach Canossa
Der Wind trieb Nebelfetzen um die schaurig-schöne Ruine auf hohem Berg, hüllte das Gemäuer mal watteweiß ein, gab es dann wieder für Augenblicke frei, während wir die schwindelerregenden Serpentinen des nördlichen Apennin hinauffuhren.
Von Rädiger Siebert
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Gefühle hörbar machen
Dino Saluzzi hat zwar das Gesicht und die Statur eines Preisboxers, aber seine Hände sind schmal, und man ahnt bald, daß es die eines Musikers sein müssen, die eher von den Kämpfen mit einem Instrument als gegen muskulöse Zentnerberge gezeichnet sind.
Von Tom R. Schulz
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Im Kino
„Ein mörderischer Sommer“ von Jean Becker erzählt die Geschichte einer schönen Frau, die scheinbar hemmungslos ihre Weiblichkeit einsetzt, um Herrschaft über die Männlichkeit zu demonstrieren.
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Orgelmusik: Marcel Duprés „Kreuzweg“
Bußfertige Gedanken-Klänge
Vielleicht war er der letzte große Orgel-Improvisator, der sich auf die musikalischeUmsetzung religiöser Ideen verstand: Marcel Dupré, 1886 geboren, also schon vom Jahrgang her mit einer ganz bestimmten Phase des französischen Katholizismus konfrontiert, Schüler des Orgelsymphonie-Komponisten Charles-Marie Widor, 1926 selber Lehrer am Pariser Conservatoire, 1934 Nachfolger seines Lehrers an St.
Von Heinz Josef Herbort
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Zeitspiegel
Im Dezember, nach dem Scheitern der Genfer Verhandlungen, wurden die ersten Cruise Missiles im englischen Greenham Common stationiert – obwohl die Ergebnisse von Testflügen im vorigen Jahr den zuständigen Militärs große Sorgen und manchen Stationierungsgegnern heimliche Freude gemacht hatten.
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Super-Beschleuniger „Hera“
Am Freitag letzter Woche wurde der Vertrag zwischen dem Bund und dem Land Hamburg über die Errichtung der Hadron-Elektron-Ring-Anlage, kurz „Hera“, auf dem Gelände des Deutschen Elektronen-Synchrotrons (Desy) in der Hansestadt unterzeichnet.
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Bücher zum „Orwell-Jahr“
Utopie als Warnung
Eine neue Übersetzung von „1984“, Biographien und ein Kalender / Von Armgard Seegers
Von Armgard Seegers
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Ein Roman als fiktive Autobiographie
Schreiben gegen die Angst
Schuster, bleib bei deinem Leisten. Wohl keinem hat man diese Weisheit so penetrant gepredigt wie dem Autor Kroetz. Es muß immer „Stallerhof“ sein, und was sich unterscheidet, davor und danach, gilt einfach nicht.
Von Bernd Wüms
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Tarif verhandlungen in Japan
Die Blütenträume welken
Die Zeit der Kirschblüte ist auch die Zeit für die jährliche Lohnrunde.“ Mit dieser poetischen Schlagzeile weist die Tageszeitung Asahi die japanischen Leser auf die bevorstehenden Lohnverhandlungen des Frühjahrs hin.
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Ausnahmsweise nur Selters
Sylvia Oetjen ist als „kurioser“ Studiogast für die Sendung „Show & Co mit Carlo“ verpflichtet worden. Sie ist eine von acht deutschen Tischlerinnen, die noch auf Wanderschaft gehen.
Von Lucas Koch
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Die Zahl der Arbeitslosen in der Bundesrepublik ist noch zu hoch. Doch sie könnte schon in diesem Jahr sinken – trotz vieler gegenteiliger Behauptungen
Vorsicht beim Zahlen-Spiel
Zu Monatsbeginn, wenn aus Nürnberg die neuesten Arbeitslosen-Zahlen verbreitet werden, hat die jeweilige Bundestags-Opposition seit Jahren schon Anlaß zu pessimistischen Äußerungen.
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Die verlorene Generation
Gibt es eine „verlorene Generation“? Gibt es eine Generation, die in unserem Bildungswesen gegenüber der vorausgehenden und der danach folgenden Generation speziell und ungewöhnlich benachteiligt ist? Man muß diese Frage bejahen, wenn wir nicht das Notwendige tun, um dieser Generation zu helfen.
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April
Einmal Gärtner, immer Gärtner
Jeden Winter schwört der amerikanische Schriftsteller Arthur Miller, daß er nie wieder sein eigenes Gemüse ziehen wird. Und jedes Jahr im Frühling erwischt er sich selbst dabei, wie er versunken seine leeren Beete betrachtet, plant, wo er was hinpflanzen wird.
Von Arthur Miller
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...versunkene Granaten
Am 22. März fischte der Trawler „Heldartindur“ südöstlich von Gotland. An Bord waren sieben Fischer von den Faröer-Inseln. Als starke Männer möchten die Förderer gelten, die hart arbeiten und vor nichts zurückschrecken.
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Augenzwinkernd von „drüben“
Zwanglos angepaßt?
Während ‚Das Neueste aus aller Welt‘ Agronomen aus Buckow zu Worte kommen läßt“, während die DDR-Fernsehnachrichten laufen, und Viktor, der unauffällige Held dieser Geschichte, mit seinem Vater, dem mächtigen Kösling, in der Gaststube der Neuen Herrlichkeit sitzt, der Roman de Bruyns ohne jede Eile seinem offenen Ende zustrebt, während ich mich, als Leser, noch immer frage, was ich denn da nun gelesen habe, eine behutsam und zärtlich entwickelte Liebesgeschichte zwischen Viktor, dem Sohn dieses hohen, wenn nicht hochsten Staatsrepräsentanten, und Thilde, dem einfachen Mädchen aus dem Volk, oder die subtil psychologische Charakterstudie eines Opportunisten, der sich allen Gegebenheiten reibungslos anpaßt, oder eine politisch motivierte Beschreibung der gegenwärtigen Herrschaftsverhältnisse im real existierenden Sozialismus, oder, schon bescheidener, einige Szenen aus dem Alltag märkischer Provinzialität, die von dem Autor liebevoll ironisch ausgemalt werden, gelegentlich auch mit bitterem Sarkasmus durchsetzt sind, vor allem dort, wo märkische Provinz mit preußischer Mentalität im realen Sozialismus auf (äußerst) unangenehme Weise zusammentreffen – während ich mich also immer noch frage, was ich da nun eigentlich gelesen habe, ist das nächste Stolpersteinchen längst schon ausgelegt.
Von W.martin Lüdke
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Wettbewerbsfähigkeit
Wettlauf der Erfinder
Bei Patenten kämpfen die USA, die Bundesrepublik und Japan international um Spitzenpositionen
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Warme Mode aus Mailand und Paris
Maskulin statt feminin
Das grenzt schon fast an Diktat, wie einig sich die Mailänder Prêt-à-porter-Mode für Winter 84/85 zeigte. Sie will mit Maskulinem irritieren.
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Wo liegt eigentlich Deutschland?
Mein Gott, was für ein schönes Land!“ Heinz Ohff, Feuilletonchef des Berliner Tagesspiegel, ist im August 1983 auf den Spuren Eichendorffs in unser altes, verlorenes Schlesien gefahren, im Sommer, zur Erntezeit: „Lerchen steigen in den tiefblauen, wolkenlosen Schlesien Die Felder schimmern wie Gold.
Von Arnulf Benins
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Hongkong
Flucht der Könige
Der größte Handelskonzern der Kronkolonie verlegt seinen Firmensitz auf die Bermudas
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Neue Führungsmannschaft der Grünen
Nichts wie weg mit den Platzhirschen
Wäre in Bonn eine richtige Regierungskrise ausgebrochen – es hätte am Tag danach auch nicht heftiger gerauscht im Blätterwald.
Von Margrit Gerste
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Das Atom wurde gespalten. Seine Kernteilchen setzen sich aus Quarks zusammen. Gibt es noch kleinere Materiebausteine?
Aufbruch ins Reich der Präonen
Überraschende Meßergebnisse aus Genf deuten eine neue Ära der Physik an. Laßt sich die Welt aus „Präonen“ genannten Ur-Teilchen aufbauen?
Von Günter Haaf
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Arno Steffen
Gegengewalt
Der Titel dieser Platte ist ein böser Witz: Arno Steffen: Schlager WEA 24-0296-1, denn versteht man unter Schlager jene eingängigen, verkaufsträchtigen Melodien und erhofft sich solche nun auch von Arno Steffen, so wird man bitter enttäuscht.
Von Tom R. Schulz
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Neonazismus
Mit dem Knüppel des Strafrechts
Das hat uns gerade noch gefehlt, daß sich im Bundestag demnächst die Abgeordneten der Neonazis wegen in die Haare kriegen – nach der Devise etwa: Haust du meine bösen Linken, hau’ ich deine schlimmen Rechten .
Von Dietrich Strothmann
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Klavierkonzerte: „Freilegen, was lange verschüttet war“
Ein Prozeß hat begonnen
John Eliot Gardiner und der Versuch, Mozart aus der Geschichte heraus neu zu sehen
Von Peter Fuhrmann
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Kritik in Kürze
„Exil in Großbritannien.“ Großbritannien im Mai 1940: die Internierung aller erwachsenen „feindlichen“ Ausländer beginnt. Damit hatte Großbritannien eine restriktive Ausländerpolitik zu Ende geführt, die 1920 mit der „aliens order“ eingeleitet worden war.
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Luftzwischenfälle
Nervenkrieg um Berlin
Als „Nadelstiche“, als „kleiner Nervenkrieg“ werden von politischen Beobachtern in Berlin die Versuche der Sowjets empfunden, den Westalliierten zu zeigen, daß sie die Herren im Hause sind.
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Chlorreiche Siege...
Die Haager Landkriegsordnung von 1899 verbot das Abfeuern von „Geschossen, deren einziger Zweck ist, erstickende oder giftige Gase zu verbreiten“.
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Erinnerung an Duke Ellington mit „Duke’s Big 4“
Der alte Hexenmeister
Die Jazz-Moden kommen und gehen. Der Rock-Jazz versucht sein Altern durch stramme Rhythmus-Gymnastik und Phon-Kosmetik aufzuhalten, der Punk-Jazz ist als lustiger Silvesterscherz-Artikel enttarnt, der Free-Jazz, eine Art Marlene Dietrich des hemmungslosen Klangs, fast zu Tode improvisiert.
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Alfred Kollerischs Gedichtband „Absturz ins Glück“: Philosophie – Melodie und Bild geworden
Gedanken im Fleisch
Das eindringlichste Merkmal der Gedichte von Alfred Kollerisch ist ihre Melodie, die einem noch vor allem inhaltlichen Verstehen gewissermaßen vorsingt, wie man zu lesen habe; sie ist so glücklich gesetzt, daß es schwerfällt, gegen den Strich zu lesen, und wer es dennoch versucht, um eine andere Lesart zu probieren und damit einen anderen Sinn zu finden, der fühlt sich bald wieder einschwenken: Die melancholische Schönheit der Gedichte ist nur zu ergründen (und zu genießen) durch den Nachvollzug ihrer sprachlichen Bewegung, die sie erst ganz erschließt.
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Klinikum Aachen
Monster mit gutem Kern
Aachen, Ende März, auf Melaten. So nennen die Aachener die Umgebung am Dreiländereck, das Belgien, Holland und die Bundesrepublik an dieser Stelle bilden.
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Hält Mitterrand durch?
Aus der Sicht der lothringischen Stahlarbeiter hat der Staatspräsident Mitterrand einen weiten Weg zurückgelegt, vielleicht eine Kehrtwendung gemacht.
Von Ernst Weisenfeld
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Pharmaindustrie
Kassiert und schweigt
Eigentlich war soweit alles gut gelaufen. Zwar hatte es die pharmazeutische Industrie nicht gerade froh gestimmt, daß Friedhelm Farthmann wieder einmal zugeschlagen hatte.
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Kurt Bartsch: „Die Hölderlinie“
Der Po-Lit-Kommissar
In der DDR, wo viel vom dem, was zu sagen ist, nicht in der Zeitung steht, müssen die, welche es trotzdem sagen wollen, „Literatur“ machen, also die Sachverhalte etwas kompliziert ausdrücken (entspricht dem „Kunstvorbehalt“ unserer Pornoschreiber).
Von Karlhoche
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Ein letzter Versuch
Eigentlich, sinniert ein Funktionär der IG Metall, sollte in dieser Woche Urabstimmung sein. Nach Ostern, wenn die Urlauber langsam wieder eintrudeln, hätte dann der Arbeitskampf beginnen können.
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Im Stahlgewitter
In zwei Jahren feiert er seinen vierzigsten Geburtstag: In zwei Jahren, wenn die Franzosen ein neues Parlament wählen, muß er seinen Auftrag erfüllt haben; Laurent Fabius, der jüngste Minister im Kabinett, hat die schwierigste Aufgabe – er soll Frankreichs angeschlagener Industrie zu frischer Wettbewerbskraft und jetzt obendrein Lothringen zu neuer Wirtschaftsblüte verhelfen.
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Forderungen der Datenschützer
Einen Riegel gegen den Staat
Recht spät, aber noch rechtzeitig haben die Datenschützer wieder Tritt gefaßt. Was sie am Montag dieser Woche dem Bundesinnenministerium als Forderungs-Katalog unterbreitet haben, bedeutet einen neuen Anfang für den lange Jahre von der Auszehrung bedrohten Datenschutz.
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Marktwirtschaft
Sträflich vernachlässigt
Es gibt Bücher, die sind schon nach einem halben Jahr wieder veraltet, und es gibt andere, die im Laufe der Zeit immer aktueller werden.
- Gesellschaft
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Über die Zukunft der europäischen Raumfahrt
Europa ist endgültig eine Raumfahrt-Macht geworden. Die Erfolge der letzten Monate, an denen die Bundesrepublik ganz wesentlich beteiligt war, können sich sehen lassen: „Ariane“, die Europa-Rakete, schloß mit ihrem achten Start Anfang März ihre Erprobungsphase erfolgreich ab; sie macht nun auf dem lukrativen Markt für Nachrichtensatelliten-Starts Amerikas Raumfähre Konkurrenz.
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Fernseh-Vorschau
Das andere Israel
Das Bild, das wir uns gemeinhin von Israel machen: ein kleines Land, gerade stecknadelkopfgroß auf der Weltkarte, ein winziges, demokratisches, freiheitliches Eiland inmitten einer feindlichen arabischen See.
Von Dietrich Strothmann
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Neue Produkte fördern
Ehrenberg: Es ist noch schlimmer: Die saisonbereinigten Arbeitslosen-Zahlen sind schon im Februar wieder leicht angestiegen und im März noch ein bißchen mehr.
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MANAGER UND MÄRKTE
Wenn die Theorie stimmt, nach der die Hannover-Messe ein Konjunktur-Barometer ist, dann kann es jetzt eigentlich nur noch aufwärts gehen mit der deutschen Wirtschaft.
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Kunstkalender
Schon wenige Jahre nach der Erfindung der Photographie zeichnete sich ab, daß das neue Verfahren den alten graphischen Reproduktionstechniken, der Lithographie und dem Stahlstich, das Überleben schwermachen würde, vor allem in den Bereichen, bei denen das photographische Medium zur Verdrängungskonkurrenz entschlossen war.
Von Helmut Schneider
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Ferien im gemieteten Wohnmobil
Wohnmobile werden bei den Urlaubern immer beliebter. Da sich aber der Kauf eines teueren Mobils für eine einmalige Ferienreise im Jahr kaum lohnt, steigt gleichzeitig die Nachfrage nach Miet-Campern.
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Lufthansa: Neues aus dem Sommerflugplan
Neuigkeiten beschert die Lufthansanicht nur im Flugplan. So hat sie beispielsweise auch ihren Junior- und Senior-Tarif verbessert, nachdem er bisher nur auf wenigen Inlandflügen genutzt werden konnte: Seit dem 1.
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DER-Reise-Akademie: Schulung mit Spaß
Doch hinter dem anspruchsvollen Namen, den das Deutsche Reisebüro (DER) seinen alljährlichen Mitarbeiter-Schulungskursen gegeben hat, steckt keineswegs knöcherne Gelehrsamkeit: Die DER-Reiseakademie ist ein nach modernen Lehrmethoden entwickeltes Trainings-Programm, bei dem sich die Fachberater dieser Reisebüro-Kette intensiv auf den Verkauf der jeweils neuen DER-Programme vorbereiten können.
Von Isolde von Mersi
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Fernseh-Kritik
Elite und Niete
Ein bißchen leid tat er mir schon, der Herr Professor Udo Glittenberg, dem es vor Millionen von Zuschauern gelang, in Emil Obermanns „Pro und Contra – Sendung Negativwerbung für Genschers Elite-Universitäten zu betreiben, und für seine, Glittenbergs, Unternehmer-„Hochschule“ dazu.
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Bonbon aus Amsterdam
Tretboote für die Grachten
Wie befahren die mehr als hundert Grachten einst gewesen sein müssen, kann man nur noch auf alten Stichen erkennen. Heute sieht man lediglich die flachen Rundfahrtboote und die breiten Schuten der Stadtreinigung das grünbraune Wasser in den Kanälen aufwühlen.
Von Siggi Weidemann
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Theater: Taboris „Peepshow“ in Bochum
Lieber George
Es hätte ein Skandal werden können. Und wurde dann doch ein friedlicher, ein beinahe gemütlicher Abend. Am Ende, wie so oft im Bochumer Schauspielhaus: Blumen für die Damen, Klatschmarsch für den Regisseur.
Von Benjamin Henrichs
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Cherchez l’Emigrant!
Ich las im „Kürbiskern“ 2/84, was Bernt Engelmann – zweistimmig mit Friedrich Hitzer – über die Hintergründe der Krise im Schriftstellerverband (VS) erzählte, und jetzt ist mir alles klar.
- Kinder- und Jugendbücher
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Wohnen heißt Spuren hinterlassen
Phantasie contra Norm: alternatives Bauen
Die Kritik an konfektionierter Wohnschachtel-Architektur, die teuer, langweilig und sklavisch normenorientiert ist, gehört längst zum festen Bestandteil neuer Jugend-Kultur.
Von Ulrike Stielau
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Jugendlektüre“ – was ist das?
Anstiftung zur Courage
Was sind „junge Erwachsene“? Sind das ernstgenommene Jugendliche oder noch nicht ganz ernstgenommene Erwachsene? Lesen sie noch oder wieder oder nicht mehr in der Phase nach ihrer Adoleszenz? Man weiß das alles nicht so genau bei den Fünfzehn- bis Fünfundzwanzigjährigen.
Von Anne Frederiksen
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Kriminalgeschichte
Schlaue Jungs – fauler Zauber
Ich mag die Kinder-Krimi-Serien mit den fixen J. kleinen Superdetektiven nicht, weil sie nur Seifenblasen im Hirn erzeugen und dem edlen Gewerbe der Kriminalgeschichtenerzähler Schande bereiten.
Von Jo Pestutn
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Sachbuch für Kinder
Armer Adebar
In der freien Natur sind sie kaum noch zu sehen: Weißstörche. Die systematische Vernichtung von Feucht-Biotopen hat ihren Bestand dramatisch verringert, Beispiel Baden-Württemberg: 1948 gab es dort noch 252 Storchenpaare, 1977 nur noch 17.
Von U. B.
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Voodoo oder der Junge mit dem Halsband
Metamorphose
Ich habe Schwierigkeiten mit der Fabelei von Äsop über La Fontaine und Lessing bis zu Goethe: Um menschliches Verhalten sinnfällig zu machen, muß alleweil die Unschuld der Tiere herhalten.
Von Gert Hauche
- Kultur
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Wirtschaft im Dritten Reich
Ressort Schacht
Die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands in den Jahren vom Ausbruch der geroßen Krise bis zum Untergang des „Großdeutschen Reiches“ stellt wohl das abwechslungsreichste und faszinierendste Kapitel der modernen Wirtschaftsgeschichte überhaupt dar.
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Zeitmosaik
Der amerikanische Pop-Künstler Andy Warhol, der vor zwanzig Jahren die Suppendosen der Firma Campbell zum Thema und Stoff der Kunst machte, zu der Ankündigung von Campell, demnächst die Blechdosen durch Plastikbehälter zu ersetzen.
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Shakespeare and Company, 12 rue de l’Odéon, Paris
Hauptquartier der modernen Literatur
Der Roman war pünktlich. Exakt um sieben Uhr morgens dampfte der Frühexpress aus Dijon in die Gare de Montparnasse. Türen schlugen auf.
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Kino und Architektur
Lichtbilder von Gott und Mensch
Ob das Kino ganz hinter den elektronischen Medien verschwinden wird, so, wie Panorama, Laterna magica, Weltausstellung hinter dem Kino verschwunden sind, ob da ein Zug abgefahren ist, der wie die Elektrische die Dampflok überholt, ob dieser Vorgang, Fortgang, dieses Davoneilen zu begrüßen wäre, wie etwa die Kunstavantgarde zum Jahrhundertbeginn das Kino begrüßte, mit den Fanfaren der Futuristen und der fröhlich-utopischen Drohung der Literaten „Hätten wir das Kino“ (wobei heute die Parole „Hätten wir das Kabel“ sich schon gar nicht gut anhören würde), oder ob Warnrufe angebracht wären, wie sie etwa die konservative Pädagogik gegen das aufkommende Fernsehen richtete (wobei sie heute ihre Abgesandten als Moderatoren der neuen Technik auftreten läßt), all das ist ein wenig ungewiß, gewiß ist allein der techno-logische Fortgang.
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Zwei,drei Leute entschieden das Schicksal Europas
Kriegsschuldfrage und Entstehung der Weimarer Republik in den Tagebüchern Theodor Wolffs
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Ein Kunstbuchverlag im Emsland
Alternativ und couragiert
Ob man etwas gegen Schweine habe? Der Geruch immerhin ist unumgänglich; mit den Borstentieren – Landeiern und Kaninchen teilt sich der junge Luca Verlag ein Dach.
Von Volker Bauermeister
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Erinnerungen an einen großen Deutschen
Ein Mann geht seinen Weg
MeineErinnerung an Julius Leber ist lebhaft geblieben. Hannah Arendt könnte von ihm gesagt haben, er sei masculini generis. Nach anderthalb Jahrzehnten Women’s Lib sagt man das vermutlich nicht mehr.
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Zwischen den Welten
Die Heimat zu verlassen, ist wie der Tod“, sagt Raissa Orlowa in ihren „Erinnerungen“, die sie zwischen 1961 und 1980 in Moskau niedergeschrieben hat.
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Museen der Welt
Führung und Geleit
Ein Kunstbildband, der die Hauptwerke eines Museums vorstellt (begleitet von Texten zu der Geschichte der Sammlung und über die kunsthistorischen Zusammenhänge, in die die Gemälde oder Plastiken einzuordnen sind) kann neugierig machen auf den Besuch dieses Museums und ebenso, hinterher, als Gedächtnisstütze dienen.
Von Helmut Schneider
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Ausstellungen in Düsseldorf und Basel: Anselm Kiefer und Georg Baselitz
Verbrannte Erde und gestürzter Trommler
Ab Klaus Gallwitz, der Direktor des Städel-Museums in Frankfurt, 1980 auf der Biennale in Venedig die im Vorfeld der „Neuen Wilden“ situierten Georg Baselitz und Anselm Kiefer im deutschen Pavillon ausstellte, gab es einen Disput wie lange schon nicht mehr in der deutschen Kunstwelt: Die Majorität der Kunstkritiker äußerte ihr heftiges Entsetzen über die „Überdosis an Teutschem“ (so Werner Spies), die sie in der einen, grob behauenen Holzfigur von Baselitz und den beiden monumentalen Bilderbögen von Kiefer mit dem Titel „Deutschlands Geisteshelden“ und „Parsifal“ erkannte.
Von Petra Kipphoff
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Gedichte der Gedankenflucht – Juan Ramón Jiménez: „Stein und Himmel“
Urworte und Archetypen
Juan Ramón Jiménez war der Einsiedlerkrebs der modernen spanischen Poesie. Wie sein Landsmann Antonio Machado gehört er zur „98er Generation“, einer Gruppe von Literaten und Denkern, denen das ruhmlose Ende des spanischen Kolonialreiches im Jahre 1898 zum schicksalhaften Symbol kulturellen Erneuerungswillens geworden ist.
Von Hans-Jürgen Heise
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Briefe aus der Nacht bezeugen ein Leben im Schmerz – Ein Dokument der Exil-Literatur
Ich bin im Leid. Ich bin nichts als Herzklopfen
Sie war schutzlos, sie hat sich nicht wehren können gegen die professionellen Vergangenheitsbewältiger, die ihr schon zu Lebzeiten beweihräuchernde Nachrufe widmeten.
Von Paulkersten
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Unentbehrlich
Das ganze Frankreich soll es sein
ARAC, BUMIDOM, CEPRES, COREM, DEUG, MRAP, RNUR, SAVIEM, SUDEL, UFOVAR – welcher Sprache gehören Wörter an? Es sind einige der zahllosen Abkürzungen, deren Kenntnis beim Leser der französischen Presse oft vorausgesetzt wird.
Von Francois Bondy
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Revolution im Märchen wald
Großes Solo im Grünen
Was auf denBäumen nicht alles möglich ist. Da kann einer sein Leben fristen, auch in bitterster Kälte; nie wieder festen Boden betreten; monadische Existenz in den Baumkronen.
Von Peter Buni
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Neues aus dem aufgeklärten Jahrhundert
Das Dunkel in der Ära des Lichts
Johann Pezzl „Faustin“ und Léon Poliakov „Die Aufklärung und ihre judenfeindliche Tendenz“
Von Benedikt Erenz
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Hillgruber: Die deutsche Frage in der Weltpolitik
Ausgereift
Die Frage, was den Weg der Deutschen ausmacht, ist wieder da. wir haben dies in der Nachkriegszeit schon mehrfach erlebt: Gleichsam in kulturellen Wellenbewegungen werden die Themen der Orts- und Zielbestimmung der Deutschen aufgeworfen.
Von Werner Weidenftld
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Für ein antifaschistisch-demokratisches Deutschland
Das schwere Leben des Leo Bauer
Leo Bauer ist schon vor zwölf Jahren gestorben. Wer ihn kannte, hat ihn dennoch nicht vergessen. Dafür war seine Persönlichkeit zu fesselnd, zu eindrucksvoll, auch zu schillernd und – erschütternd.
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Sarah Kirschs grüne Entscheidung
Bei einer Gedichtsammlung wie dem Band „Katzenleben“ von Sarah Kirsch wird der Vorsatz, sich möglichst nahe an die Texte zu halten, für den Rezensenten zum Problem.
Von Peter Horst Neumann
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Entfremdung vom eigenen Ich
Der Riß im Leben
Der Satz ist Ausdruck eines Lebensgefühls, das sich als ein Mangel an Seinsgewißheit bezeichnen läßt, als ein Zweifel am Selbstverständlichen, aus dem Gustafsson seine Methode der „Zwiesichtigkeit“ entwickelt hat.
Von Hanns Grössel
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Das Mündel will Vormund sein
Der Millionenerbe Jan Philipp Reemtsma, Arno-Schmidt-Nachlaßverwalter und Gründer des „Hamburger Instituts
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Politik und Sprache
Ohne Sprache keine Politik. Das ist nur eine Banalität, zumindest in freien, auf Zustimmung der Bürger angelegten Gesellschaften.
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Ost- West- Verhältnis
Moskau gegenüber wachsam bleiben
Im Umgang der westlichen Welt mit der Sowjetunion hat es die unterschiedlichsten Phasen und Einstellungen gegeben. Die Skala reicht von der militärischen Intervention kurz nach Gründung des Sowjetstaats bis zur militärischen Zusammenarbeit im Zweiten Weltkrieg und zu den Versuchen der siebziger Jahre, den Rüstungswettlauf zu begrenzen.
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Rüstzeug für den Verstand
Manchmal sind Bücher wie Schallplattenaufnahmen eines Konzerts – die schwarze Scheibe produziert nur die Töne, aber dahinter meint man das Orchester und den Solisten nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen.
Von Christoph Bertram
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Kunst mit Nägeln
Ideen gegen den Zeitgeist
Dieter Honisch, Direktor der Nationalgalerie in Berlin und Autor des neuen Buches, zählt Uecker zu den bedeutendsten Vermittlern zwischen der Nachkriegskunst und der aktuellen Kunstszene.
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Wer war FHO? Die späte Entdeckung eines Untergangs-Humoristen aus Alt-Österreich
Modernes Barock? Monumentale Bobby-Witze?
Die ersten Bücher einer auf zehn Bände geplanten historisch-kritischen Gesamtausgabe von Fritz von Herzmanovsky-Orlandos Werken / Von Paul Kruntorad
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Reise- und Spazierwege zur Baukunst
Architektur-Irrführer
Das ist wohl so: „Mancher Leser wird sich fragen, ob praktisch tätige Architekten unbefangen genug sind, um einen solchen (einen Architektur-)Führer zusammenzustellen.
Von Manfred Sack
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Kino für Leser
Nichts geht mehr
Tun sind sie vorbei, die fetten Jahre, und wenn man es nicht haarklein nimmt, dannkönnte man auch sagen, sie hätten sieben Jahre gedauert: Der Filmbuch-Boom, der seit etwa Mitte der siebziger Jahre den bundesrepublikanischen Markt mit Primär-, Sekundär- und Tertiär-Literatur überschwemmte, ist endgültig zu Ende.
Von Rolf Thissen
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Mehr als nur „Bücher zum Film“
Ein Unbekannter von der Seine
Zwei Romane von Henri-Pierre Roche: „Jules und Jim“ – „Die beiden Engländerinnen ...“
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Zwischen Erzählung und Dokumentation
Der Hang zum Roman
Die Geschichte der Frauenbewegung ist eine Geschichte der Veröffentlichung von privatem Leben. Mit der feministischen Parole: „Alles Persönliche ist politisch“ bekämpften die Frauen ihre Abschiebung in den nichtöffentlichen Teil des Lebens, ihren Ausschluß aus der Geschichte.
Von Sibylle Cramer
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Wer war schuld an Hitler?
Zeitgeschichte im Elfenbeinturm
Des 50. Jahrestages der nationalsozialistischen Machtaneignung wurde im vergangenen Jahr in einem Maße gedacht, daß leicht der Eindruck entstehen konnte, aus diesem Anlaß wolle die deutsche Öffentlichkeit auf einen Schlag nachholen oder nachholen lassen, was sie seit der Zerschlagung des Dritten Reichs versäumt hat und wohl auch in Zukunft weiter versäumen wird: Überall wurde „Vergangenheit bewältigt“.
Von Werner Johe
- Länderspiegel
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Wahlkampf am Neckar
Ein Bonner wird konkret
Albrecht Müller, ehemals Planer am Rhein, will das Rathaus von Heidelberg erobern
- Lebensart
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Als unsere Welt unterging
„Wir machen nicht auf! Was wollt ihr?“
Oktober 1917: Längst sind nicht mehr die Meldungen von der Kriegsfront, sondern die Nachrichten aus dem revolutionsgeschüttelten Moskau für die Tagebuchschreiberin Katherina (Katja) Prinzessin Sayn-Wittgenstein und ihre Familie entscheidend.
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Rio Reiser
Häuptling und Primadonna
Das kleine Schild „Fresenhagen“ im höchsten Norden Frieslands hat sich im Schnee versteckt. Der Himmel leuchtet blau, die weißen Bäume glitzern.
Von Michael Sontheimer
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Aus Floras Leben
Am kommenden Sonntag, dem 15. April, wird im Wilhelm-Busch-Museum in Hannover eine große Ausstellung mit Zeichnungen von Paul Flora, dem langjährigen Mitarbeiter unserer Zeitung, eröffnet.
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Trierer Schichten und Geschichten
Deutschlands älteste Stadt feiert ihr 2000jähriges Bestehen: Mit den alten Römern kann sie leben, von Karl Marx noch nicht
- unzugeordnet
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Warnung vor dem Reißwolf
Ein kluger Beobachter hat vor Jahren herausgefunden, daß wir alle Sklaven der sogenannten „komplementären Besitzregel“ sind, die da lautet: „Alles, was man lange genug aufbewahrt hat, kann man wegwerfen.
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Der Hermlin-Skandal: Ein von den Nazis exilierter Dichter schmäht Emigranten aus dem Sozialismus
Der Eisheilige
Der Frühling kommt. Doch läßt der Winter sich nicht länger hinausschieben. Die deutsch-deutsche Eiszeit hat begonnen: Am Wochenende wurde Joseph Beuys an der deutschdeutschen Grenze zurückgewiesen, ein Künstler, schlimmer: ein „Grüner“ aus dem Westen; Wolf Quaßdorf, ein junger Pfarrer aus der DDR, ist in Haft, weil er gewagt hat, ein vertraglich gesichertes Recht zu beanspruchen, die „Ständige Vertretung“ der Bundesrepublik Deutschiana in Ost-Berlin zu besuchen; Erich Honeckers literarisches Sprachrohr, der 1915 geborene Dichter Stephan Hermlin, unter den Nazis selber Emigrant, scheut sich nicht, von der DDR ins Exil genötigte Menschen (und Kollegen) als „Ausreiser“ und „Friedensstörer“ zu beschimpfen.
Von Rolf Mkbaeas
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Das aufrichtige Buch eines Lügners
Dies ist kein aufrichtiges Buch, lieber Leser. Anthony Burgess meint es nicht gut mit Ihnen, er macht Ihnen wohl auch einiges vor.
Von Wm Winkkr
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Was heißt hier alt?
Der alte Herr auf der Parkbank, ergraut, ein wenig gebückt, im 65. Jahr eines arbeitsreichen Lebens und seit ein paar Monaten in der noch ungewohnten Rolle des Pensionärs, ist ein seltenes Exemplar.
Von Margrit Gerste