Drachen, D-Mark und Dämonen

ror euch stehen vierzehn Hobgoblins (Ko% holde), alle schwerbewaffnet. Als sie euch f Schwertern und stürmen auf Euch zu " "Die mach ich platt ", brüllt der Kämpferund rollt den zwanzigseitigen Würfel. Eine 17! Der erste Hobgoblin blickt fassungslos auf die Klinge, die sich ihm tief und furchtbar in den Bauen gebohrt hat "

"Doch jetzt schlagen die anderen Hobgoblins zu. Der Spielleiter würfelt zuerst mit dem zwanr zigseitigen, dann mit dem sechsseitigen Würfel. Die Begleiter des Kämpfers, ein Zwerg, ein Kleriker, zwei der Diebe und Silberfarn, der Elf, verteidigen sich so gut sie können, müssen allerdings auch einige Wunden hinnehmen. Der Kampf tobt noch weitere zehn Minuten, bis alle Monster eischlagen zu den Füßen der Abenteurer liegen. Der Kleriker heilt die schlimme Schulterverletzung des Zwerges per Zauberspruch, dann setzt die Gruppe ihren Weg durch das Rote Schloß fort. Es gilt, die liebenswerte Prinzessin Dorora aus den Klauen des finsteren Unholds Gharrfor zu befreien " Die geschilderte Szene ist nicht, wie man vielleicht annehmen könnte, einem Werk der FantasyLiteratur, oder einem Fantasy Film entnommen. Es handelt sich vielmehr um den typischen Handlungsablauf aus einem "Fantasy Rolienspiel " "Fantasy Rollenspiele" sind neu auf dem Markt. In Nürnberg wurden zur Spielwarenmesse zwei dieser Spielsysteme vorgestellt: "D&D" (abkürzende Übersetzung des amerikanischen Originals "Dungeons & Dragons") und "Das Schwarze Auge". Die Umsatzerwartungen, die die Hersteller Fantasy Spiele Verlag (FSV, eine Tochter der Stuttgarter Spielkartenfirma ASS) und Schmidt SpieleDroemer Knaur mit diesen Spielen verknüpfen, muten phantastisch an: Noch in diesem Janr sollen für jeweils drei Millionen Mark "D&D" und "Das Schwarze Auge - Basis Sets, Abenteuer Module und Zubehör" verkauft werden.

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Wie funktioniert ein "Fantasy Rollenspiel"? Am Anfang steht die Grundannahme, die Spieler befänden sich in einer Welt, in der weder Taschenrechner noch Fahrkartenautomaten erfunden sind. Die "Fantasy" Welt ist nicht industrialisiert, bietet aber Lebensraum für Drachen und andere furchterregende Geschöpfe, für Fabelvölker, wie Elfen und Hobbits. Zauberei ist an der Tagesordnung, unzählige wunderschöne Prinzessinnen warten zusammen mit unglaublichen Schätzen auf ihre Rettung.

John R. R. Tolkien war der erste, der sich eine solche Welt nicht nur erdachte, sondern auch detailgenau entwarf. Seine voluminöse Roman TriloEe "Der Herr der Ringe" inspirierte auch Michael ade, dessen "Unendliche Geschichte" einen wundersamen Gegensatz zu "Fantasy" Monströsitäten wie Robert E. Howards "Conan der Barbar" darstellt.

Idee des Spieles ist es, nicht wie beim Lesen oder im Kino eine phantastische Handlung nur einfach tatenlos zu konsumieren. Im "Fantasy"Rollenspiel werden die Spieler selbst zu Helden in einem Abenteuer, in das sie ein Spielleiter führt. Dieses Abenteuer findet nicht auf dem Spielbrett statt, sondern im Kopf der Spieler.

Natürlich nimmt man an einem solchen Abenteuer nicht mit seiner Alltagspersönlichkeit teil. Für die Dauer des Spieles bekommt man einen neuen "Charakter" verpaßt, vor allem diese: Kämpfer, Zwerg, EH, Zauberkundiger, Halbling, Kleriker oder Dieb.

Vorher würfelt der Spieler noch die Eigenschaften seines Charakters aus und stellt also fest, wie stark, intelligent, ausdauernd, geschickt, weise und sympathisch sein Held ist. Er bekommt eine gewisse Anzahl Goldmünzen zugeteilt, mit denen er sich Ausrüstung, Waffen und Proviant kaufen kann.

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