Die Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten gehen in die letzten Runden. Sie sind vom langen Ausscheidungskampf erschöpft und haben Blessuren davongetragen. Selbst Walter Mondale, der bisher weitaus mehr Vorwahlen gewonnen hat als seine Mitbewerber, gelingt nur mit Mühe die Siegespose.

Der ehemalige Vizepräsident weiß, welche Beschwernisse noch vor ihm liegen. Sein Hauptkonkurrent Gary Hart weigert sich, das Handtuch zu werfen; stattdessen ringt er weiter um jede Delegiertenstimme und teilt schmerzhafte Hiebe gegen den Favoriten aus. Jesse Jackson, der neue, irrisierende Stern der schwarzen Wähler, strahlt heller als der bedächtige Spitzenreiter. Und die Meinungsumfragen räumen Mondale vorerst wenig Chancen ein, Ronald Reagan bei den Präsidentschaftswahlen im November zu schlagen.

Zur Begeisterung über den Ausgang der Vorwahltests besteht bis jetzt kein Anlaß bei den Demokraten. Sie können nur hoffen, auf ihrem Parteitag Mitte Juli die Wunden zu heilen und die Reihen zu schließen. Andernfalls drohte ihnen, was sie zuletzt auf ihren Konventen während des Vietnamkrieges erleben mußten: daß sie sich selbst zermürben, noch ehe der eigentliche Präsidentschaftswahlkampf begonnen hat. D. B.