Seit Anfang dieser Woche wird in der Metallindustrie gestreikt. Bei der IG Metall füllen die Richtlinien für den Arbeitskampf einen dicken Aktenordner. Sie enthalten alle Regelungen, die für die Streikenden bedeutsam sind. Die wichtigsten:

1. Lohn und Gehalt: Wer streikt oder vom Arbeitgeber ausgesperrt wird, erhält keinen Lohn und kein Gehalt. Gewerkschaftsmitglieder, die mindestens drei Monate der IG Metall angehören und während dieser Zeit satzungsgemäße Beiträge geleistet haben, bekommen ein Streikgeld, das sich an diesem Beitrag und an der Dauer der Mitgliedschaft orientiert.

Trotz des Streikgeldes freilich hat der Metaller eine Einkommenseinbuße von rund hundert Mark pro Woche oder mehr zu tragen. Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes ist die Unterstützung steuerpflichtig.

2. Arbeitswillige: Jeder, der während des Streiks im Betrieb weiterarbeitet, kann auch mit entsprechendem Lohn oder Gehalt rechnen.

3. Notdienst: Um die notwendige Wartung von Maschinen und Anlagen sicherzustellen oder einen unverhältnismäßig großen wirtschaftlichen Schaden vom Unternehmen abzuwenden, wird ein Notdienst vereinbart. Mitarbeiter, die dazu eingestellt sind, dürfen weder streiken noch ausgesperrt werden und erhalten ihren monatlichen Lohn.

4. Auszubildende: Auszubildende, Umschüler und Praktikanten dürfen weder streiken noch ausgesperrt werden.

5. Urlaub: Während des Arbeitskampfes wird grundsätzlich kein Urlaub gewährt, heißt es bei den Arbeitgebern. Es sei denn, der Urlaub hat bereits bei Streikbeginn begonnen oder ist bis dahin schon genehmigt. Die IG Metall versichert darüber hinaus, daß das Urlaubsgeld unangetastet bleibe.