Was die Bonner Regierungskoalition trotz Drängen von Bergbau, und SPD nicht wollte, tut die Ruhrkohle jetzt aus eigener Kraft: Sie gibt Zuschüsse zu Investitionsaufwendungen, die bei der Umstellung von Feuerungsanlagen auf Kohle entstehen. Vor allem Ruhrkohle-Chef Karlheinz Bund hatte für öffentliche Zuschüsse in Höhe von 25 Prozent geworben und war nicht müde geworden, deren positive Auswirkungen auf Investitionstätigkeiten und Kohleabsatz zu preisen. Aber in Bonn mochte man nicht noch mehr Geld für die Kohle ausgeben und ließ den Bund deshalb abblitzen.

Die Zuschüsse, die die Ruhrkohle nun aus eigenen Mitteln gibt, reichen freilich bei weitem nicht an jene mehr als 200 Millionen Mark heran, die der Bergbau von Bonn gefordert hatte. Vielmehr will man sich darauf beschränken, einige wenige Anlagen mit Modellcharakter zu fördern. Die gesamten Zuschüsse zahlt indirekt freilich doch der Steuerzahler; denn er hat ja die Verluste letztlich zu tragen, die bei der Ruhrkohle entstehen.

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Der seit einigen Monaten amtierende Vorsitzende der Geschäftsführung von Photo-Porst in Schwabach, Heinz Wohlrab, läßt an seinen Vorgängern kaum ein gutes Haar. Als der deutsche Photomarkt zu Beginn der achtziger Jahre seine ersten Schwächen zeigte und die zweistelligen Zuwachsraten endgültig vorbei waren, „kumulierten sich die Versäumnisse und Fehler der Vergangenheit bei Porst in erschreckendem Maße“, zog Wohlrab triste Bilanz. In vier Jahren mußten 50 Millionen Mark Verluste hingenommen werden. Als besonders verhängnisvoll hatte sich die Entscheidung erwiesen, das leistungsbezogene Entlohnungssystem 1978 im Zeichen des Mitarbeiter-Modells aufzugeben und den Verkäufern unabhängig von Alter und Betriebszugehörigkeit monatlich ein Fixum von rund 2 700 Mark zu zahlen. Dadurch stiegen die Personalkosten der Ladenkette bald von 13 auf fast 16 Prozent, und der Verkäuferumsatz ging von 430 000 auf 320 000 Mark zurück.

Wohlrab war schon früher bei Porst Geschäftsführer, hatte aber bereits 1974 die Flucht vor dem ungeliebten Modell ergriffen. Jetzt glaubt er, daß die Sanierungsmaßnahmen weitgehend abgeschlossen sind.

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