Studienreiseleiter werden in der Regel als freie Mitarbeiter und nur in seltenen Fällen fest angestellt. Sie können zwischen 80 und 190 Mark brutto pro Tag verdienen; zwischen 100 und 150 Mark liegen im Schnitt die Honorarsätze, die Reiseveranstalter ihren „Führungskräften“ zahlen. Während der Reise haben die Begleiter Unterkunft und Verpflegung frei und bekommen einen Spesensatz für die Mahlzeiten, falls es sich um eine Tour mit Halbpension handelt. Der Veranstalter schließt für sie eine Gepäck-, Haftpflicht- und Krankenversicherung für die Reisezeit ab und übernimmt auch die Kosten für die An- und Abreise.

Um Renten- und Krankenversicherung und um die leidigen Steuern müssen sich die Reiseleiter selbst kümmern. Zum festen Honorar kommen natürlich noch das Trinkgeld und gelegentlich – aber darüber wird nicht gern gesprochen – Provisionen von Geschäften und Restaurants.

Die meisten Veranstalter suchen sich ihre akademischen Reisebegleiter gern aus dem Kreis von Kunsthistorikern, Archäologen, Geologen, Sinologen aus, häufig schauen sie sich nach Leuten um, die anderswo ein festes Salär beziehen und nur ein- bis zweimal auf Tour gehen. Gerade die Angebote von arbeitslosen Lehrern, sich als Reiseleiter zu verdingen, mehren sich in letzter Zeit.