Das Bonner Konjunkturprogramm bewahrt den Bau nicht vor der nächsten Krise

Von Peter Christ

Hatten die Christdemokraten von den harten Oppositionsbänken aus der sozialliberalen Koalition nicht jahrelang gepredigt, wie wirkungslos, ja geradezu schädlich immer neue Konjunkturprogramme seien? Hatten sie nicht mit großer Ausdauer argumentiert, Konjunkturprogramme entfachten nur ein Strohfeuer – viel Qualm, wenig Konjunktur?

Und dann, kaum hatte die Union in Bonn im September 1982 die Macht übernommen, sagte der neue Bauminister Oscar Schneider (CSU), er habe vor allem ein Ziel: „Bauen, bauen, bauen“. Die drei Worte gerieten zum Programm – zum Konjunkturprogramm. Die für den 6. März 1983 terminierte Bundestagswahl rückte näher und das Volk sollte Taten sehen. Am 20. Dezember 1982 verabschiedete der Bundestag mit der Mehrheit der neuen Koalition deshalb das „Sofortprogramm der Bundesregierung zur Wiedergewinnung von Wachstum und Stabilität“.

Kernstück des Programms war ein ganzes Paket von Maßnahmen zur Wiederankurbelung des Wohnungsbaus, damit der Bauwirtschaft und der gesamten Konjunktur:

  • Zwei Milliarden Mark zusätzlich spendierte die Bundesregierung den Bundesländern für den sozialen Wohnungsbau.
  • Mit 500 Millionen Mark verbilligte Bonn die Zwischenfinanzierung von Bausparverträgen.
  • Auf 1,8 Milliarden Mark pro Jahr schätzt das Bundesbauministerium die Kosten des sogenannten Schuldzinsenabzugs, der es allen Eigenheimbauherren, deren Häuser 1983, 1984 oder 1985 fertig werden, gestattet, Schuldzinsen in Höhe von 10 000 Mark von der Steuerbemessungsgrundlage abzuziehen.

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