Mögen deutsche Autofahrer auch in Umfragen immer wieder beteuern, daß sie zu Opfern für den Umweltschutz bereit sind – diesen Worten lassen sie bisher die Tat nicht folgen. Beim Volkswagenkonzern gingen zwar in diesem Jahr 369 Bestellungen für Autos mit abgasreinigenden Katalysatoren ein, die Order kamen jedoch ausschließlich von Behörden.

Die Zurückhaltung der privaten Kunden ist durchaus verständlich. Die Autos mit Katalysatoren kosten nicht nur bis 1 800 Mark mehr als ihre weniger sauberen Brüder, sie müssen auch noch mit bleifreiem Benzin betankt werden. Nur dann kann der teure Abgasreiniger sein umweltschützendes Werk tun. Bleifrei aber kann man nur an wenigen Zapfsäulen tanken: eine Reise ins europäische Ausland ist überdies nicht möglich.

Angesichts dieser Nachteile ist dem Autokäufer darum auch kein Vorwurf aus seiner Abstinenz zu machen. Solange die Infrastruktur für Katalysator-Autos nicht da ist, taugen diese Autos nur für publicity-süchtige Behörden-Chefs, die sich um ökonomische Vernunft nicht kümmern müssen. Mancher Bürgermeister gibt zwar vor, mit einer solchen Entscheidung „Versuche“ mit diesen Wagen möglich zu machen – das aber ist überflüssig, denn in den USA und in Japan haben sich Katalysator-Autos tausendfach bewährt. dg