Duartes Wahlkampf

Die ZEIT berichtete in der vorigen Woche auf dieser Seite, daß die Christlichen Demokraten El Salvadors für den erfolgreichen Präsidentschaftswahlkampf José Napoléon Duartes Zuwendungen von der Konrad-Adenauer-Stiftung erhalten mitten. Bruno Heck, der Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, teilt hierzu mit: „Die Konrad-Adenauer-Stiftung würde rechtswidrig handeln, wenn sie Mittel, die ihr von der Bundesregierung bzw. durch Spenden zur Verfügung gestellt werden, satzungswidrig verausgaben würden. Die Unterstützung von Wahlkämpfen ist in den Statuten der Konrad-Adenauer-Stiftung nicht vereinbart.“

Kritik unerwünscht

Als Nigerias Militär in der Neujahrsnacht die zivile Regierung des Präsideten Shagari stürzte, begleiteten die Medien des afrikanischen Staates den Putsch mit freundlichen Kommentaren: Die Zeitungen und Rundfunkstationen waren seit jeher scharfe Kritiker von Amtsmißbrauch und Verschwendung im Lande und sahen sich als Verbündete der neuen, uniformierten Herren, die als Saubermänner gegen die korrupten Zivilpolitiker angetreten waren. Jetzt fühlen sie sich verraten: Weil die nigerianischen Journalisten auch nach dem Umsturz nicht aufhörten, Mißstände zu kritisieren, haben die Militärs jetzt die Presse geknebelt. Jeder Bericht darüber, daß Beamte oder Politiker sich unrechtmäßig bereichert hätten, ist verboten; auf „falsche Anschuldigungen“ gegen Personen des öffentlichen Lebens riskieren Journalisten zwei Jahre Gefängnis und das Verbot ihrer Zeitung. Nigerias Presse, die sich seit der Unabhängigkeit einer für die Staaten Afrikas ungewöhnlichen Freiheit erfreute, ist jetzt den Launen der Machthaber und den von ihnen gelenkten Militärgerichten ausgeliefert.

Ordnung muß sein

Fast vier Jahre, nachdem ihn die Amerikaner aus dem Amt wählten, kommt Jimmy Carter wieder in die Schlagzeilen: weil der 39. Präsident der Vereinigten Staaten seine Athleten die Moskauer Olympischen Spiele boykottieren ließ, was die Russen die Amerikaner jetzt heimzahlen. Wie der Mann aus Georgia aussieht, scheinen manche Amerikaner indes vergessen zu haben. Jedenfalls wurde er in diesen Tagen aus dem Speisesaal eines Luxushotels in Boston hinauskomplimentiert, seiner Kleidung wegen: Er trug eine Strickweste statt des selbstverständlichen dunklen Anzugs. Nach dem Rausschmiß wandte sich der Leibwächter, der den Expräsidenten immer noch begleitet, an den Geschäftsführer und klärte ihn darüber auf, wer der leger gekleidete Gast war. Der Maître d’hôtel blieb streng: „Um so mehr sollte dieser Herr ein ordentliches Jackett tragen!“