• Ausgabe 27/1984

    Ausgabe 27/1984

    Artikelübersicht

    Im Inhaltsverzeichnis dieser ZEIT-Ausgabe finden Sie ab dem Erscheinungstag die Artikel der ZEIT und des ZEITmagazins aufgelistet, die bereits online sind und von Ihnen abgerufen werden können.

  • Politik
  • Die Verantwortung des Westens

    Polen fühlt sich alleingelassen

    Was lange vorauszusehen war, geschieht nun: Polen, innerlich schwach, von seinen Verbündeten isoliert und mißtrauisch observiert, vom Westen fallen gelassen, gerät immer tiefer in sowjetische Abhängigkeit, Während alle Alliierten Moskaus außer dem stockkonservativen Prag sich fast verzweifelt bemühen, den Großmächtekonflikt von Europa fernzuhalten und von der Entspannung zu retten, was irgend geht, ist von Polen nichts zu hören und zu sehen.

    Von Peter Bender

  • Wirtschaft
  • Vereinigte Staaten

    Neue Jobs wie vom Fließband

    In den USA ist die Zahl der Arbeitsplätze heute um ein Viertel höher als vor zehn Jahren

    Von Jes Rau

  • Zauberer im Kabel-Zirkus

    In der Werbebroschüre zur Hebung des eigenen Images, die Postminister Christian Schwarz-Schilling zu Beginn dieses Jahres von seinen Beamten unters Volk streuen ließ, stehen viele schöne Sätze von ihm über ihn – etwa dieser: Ein christlicher Politiker wie Schwarz-Schilling „ist durch sein Menschenbild nicht darauf angelegt.

  • Die Fehler des Ministeriums

    Kritiker der Verkabelungspolitik von Postminister Christian Schwarz-Schilling, auch solche, die seine medienpolitischen Grundsätze teilen, haben von Anfang an befürchtet, daß sich die Milliarden nicht rentieren werden, die der Postminister in ein neues Kupferkabelnetz zur Programmverteilung investieren will.

  • Wissen
  • Armes Europa

    Auf dem Stuttgarter Europa-Gipfel im Frühsommer 1983 wurde das Paket geschnürt und zum Athener Dezember-Gipfel weitergereicht.

    Von R. H.

  • Zwölf Wochen Streik sind genug

    Zwölf Wochen dauert jetzt schon der Streik im Druckgewerbe, sechs in der Metallindustrie. Der Volkswirtschaft sind Milliardenschäden entstanden; die Ausfälle an Steuern und Sozialabgaben werfen alle Finanzpläne über den Haufen; unsere Exportkraft wird in lebenswichtigen Bereichen geschwächt.

  • Lebers Lösung

    Vom 1. Juli 1984 an soll der Lohn um 3,3 Prozent erhöht werden und für die Zeit vom 1. April 1985 bis 1. April 1986 um zwei Prozent.

  • Schlußpfiff

    Vielleicht gibt es ja doch eine Gerechtigkeit. Wenige Sekunden nur haben gefehlt – und Jupp Derwalls trostlose Truppe wäre ins Halbfinale der Fußball-Europameisterschaft gestolpert.

    Von B. H.

  • Die halbherzige Steuerreform

    Wenigstens zum Ausklang einer Saison der Mittelmäßigkeit und der Pannen wollte die Bonner Koalition noch einmal Stärke manifestieren, wenigstens noch kurz vor dem Abschied in die parlamentarischen Sommerferien Überlegenheit aufblitzen lassen – beim Abbau der Steuerlast und bei der Sanierung der Staatsfinanzen.

    Von Dieter Piel

  • die zeit
  • Das Biedenkopf-Modell

    In einem nur an die beiden Verhandlungsführer gerichteten Anschreiben heißt es: „Persönlich sehe ich in einer Verkürzung der Jahresarbeitszeit um rund zwanzig Tage .

  • Zeitmosaik

    Ein Huhn mit Psychoanalysefimmel flog auf ein Gestell mitten im Hühnerstall und sagte so laut, daß es alle hören konnten: „Die Mütterlichkeit ist die Sublimation des Eis.

  • Am Werkstor wird es ungemütlich

    Vor dem Verlagsgebäude der Frankfurter Rundschau in der City hat der Arbeitskampf folkloristische Züge angenommen: Die Streikposten mit dem roten Button am Hemd wirken wie Teilnehmer an einem Straßenfest.

    Von Hans Schueler

  • Brücken in Budapest

    Der alte Mann und das Heer der Journalisten stehen einander schon seit fünf Minuten gegenüber. In der Westminster-Imitation des Budapester Parlaments, der einstigen Stätte hochfliegender Residenzträume gegen Wien, erscheint der graugewanaete Gastgeber mit dem auffällig breiten Kreuz wie ein bekümmerter Glöckner, der längst erfahren hat, daß keine großen Zeiten einzuläuten sind.

  • Hoffenaufeinensanften Tod

    Bis Ende vergangener Woche hat die IG Metall 400 Millionen Mark an Streikende und Ausgesperrte gezahlt. Jede weitere Woche des Arbeitskampfes kostet die Metaller rund 110 Millionen Mark.

  • Ausstellung in Hamburg

    Kennen Sie Korea?

    Nach viel Tut-Ench-Amun und Nofretete, dem Gold der Thraker und der Mexikaner, setzt das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg dieses Jahr einen neuen Akzent im kulturhistorischen Ausstellungsgeschäft.

  • Harte Töne in Moskau

    Bei seinem Besuch in Moskau scheute François Mitterrand vor Provokationen nicht zurück. Gleichwohl machten die Sowjets eine Geste: Mit keinem Wort erwähnten sie ihre alte Forderung, wonach die französischen Mittelstreckenraketen bei Abrüstungsgesprächen mitgezählt werden sollen.

  • So arbeitet der Katalysator

    Die Reinigung von Autoabgasen mit Hilfe eines Katalysators ist eine vergleichsweise alte Technik: Seit mehr als zwanzig Jahren ist das Verfahren bekannt, es geht auf eine deutsche Erfindung zurück.

  • Ein Exempel an der Elbe

    Der Hamburger Senat und ein Giftsünder – Boehringer-Werk Moorfleet, eine Fallstudie

    Von Aufnahmen: Argus

  • Kernig bis ins Krankenhaus

    Wenn Frau Thatcher mich sprechen möchte, soll sie herkommen. So reden in Großbritannien nicht mehr viele. Eigentlich sind es nur zwei Personen, die sich das erlauben könnten.

    Von Karl-Heinz Wocker

  • BONNER BÜHNE

    Rückschlag für einen Ungeliebten

    Stoff genug zum Nachdenken hat die SPD bekommen: Das renommierte Heidelberger Sinus-Institut erläuterte dem Parteivorstand in Klausur eine langfristig angelegte Untersuchung, aus der hervorgeht, wie heterogen die Anhängerschaft der SPD wirklich ist; ihre politischen Zielvorstellungen, Lebensumstände und haltungen widersprechen einander diameteral.

    Von Gunter Hofmann

  • Management

    Jeder nach seinen Bedürfnissen

    Bei Pegulan können die Mitarbeiter in Zukunft über ihre Arbeitszeit selbst bestimmen

  • Wolfgang Ebert

    Der tückische Wähler

    Den etablierten Parteien steckt der Schreck über den Ausgang der Europawahl noch in den Gliedern. Über alle Parteigrenzen hinweg ist man sich einig: Der Wähler hat sich wieder mal als tückisches, undankbares Luder erwiesen und schmählich versagt.

  • Retter in der Not

    Ob Freund oder Feind – wer Georg Leber charakterisiert, der benutzt immer dasselbe Bild: Der Leber ist ein „Brückenbauer“, heißt es stets.

    Von Erika Martens

  • Ärgernis

    Niederlage für Nike

    Der Glückwunsch des Künstlers an die Käufer seines Kunstwerks war verfrüht. „Mit der Nike“, hatte Günther Zamp Kelp von der Gruppe Haus-Rucker-Co erklärt, „mit der fünfzehn Meter hohe Metallplastik, nach dem Vorbild der klassischen Nike von Samothrake geschaffen, darf einstweilen nicht am Main-Ufer Platz nehmen.

  • Streit um einen Fetisch

    Der erbitterte Kampf um die Wochenarbeitszeit hat dazu geführt, daß die Zahl 40 im Tarifvertrag für manchen Funktionär auf beiden Seiten des Verhandlungstisches eine geradezu mystische Bedeutung bekommen hat.

  • Umweltschutz

    Zwischen Wahl und Wahl

    Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann war in der vorigen Woche vor Automobil-Managern bemerkenswert offen: Das Thema Waldsterben, so kommentierte er, „ist wahlentscheidend“.

  • Bilder vom Lande

    Künstlich wiederbelebt

    Wie kommt ein Mensch nach Ilverich? Am ehesten wohl durch Zufall. Seit der Eingemeindung in den Düsseldorfer Nobelvorort Meerbusch im Jahre 1970 heißt das Dorf postalisch nur noch „4005 Meerbusch 3“.

    Von Roland Kirbach

  • Arbeitskampf in der Druckindustrie

    Ein schroffes Nein

    Der Eklat war programmiert; er wurde von den Arbeitgebern der Druckindustrie in Kauf genommen. „Wir mußten die Biedenkopf-Vorschläge sofort ablehnen“, sagt Manfred Beltz Rübelmann, der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, „auch wenn das in der Öffentlichkeit nicht leicht verstanden wird.

    Von Heinz Michaels

  • NAMEN UND NACHRICHTEN

    Manuela Happe, die dem Umfeld der „Rote Armee Fraktion“ (RAF) zugerechnet wird, wurde nach einer Schießerei auf einem Campingplatz in der Nähe von Esslingen festgenommen.

  • Tschechoslowakei

    Ein Rest von Hoffnung

    Es spukt auf der Prager Burg – zumindest in den Köpfen abergläubischer Atheisten: Sie sehen Gespenster aus dem Vatikan. Zwar ist der polnische Papst weit und seine Kirche in der Tschechoslowakei fast nur noch ein Schatten ihrer selbst, doch drüben im erzbischöflichen Palais auf dem Burgplatz sitzt – furchterregend, obschon isoliert und machtlos – der Kardinal Tomasek.

  • Nordatlantisches Bündnis

    Schocktherapie für die Europäer

    Der amerikanische Kongreß erwartet größere finanzielle Leistungen von den Verbündeten

  • Gesellschaft
  • Erlkönig

  • Die Einsamkeit des Forschers

    Vor 38 Jahren, Ende März 1946, betrat ich, nachdem ich am Tag zuvor aus dreijähriger amerikanischer Kriegsgefangenschaft entlassen worden war – zum ersten Mal eine deutsche Universität, und zwar als Studienbewerber die Universität Göttingen.

    Von Reimar Lust

  • Kultur
  • Bonn satirisch

    Es fällt zunehmend schwerer, der Politik humorvolle Seiten abzugewinnen. Einer, der dies allen Beschwernissen zum Trotz immer wieder versucht, ist Martin Bernstorf.

  • Gegenreden und Rühmen

    Lieber würde ich die Maultrommel schlagen oder die Mundharmonika blasen, als über Literatur reden. Und lieber würde ich über Literatur reden, als über das gegenwärtige Geschäft, den gegenwärtigen Umgang, den gegenwärtigen Handel mit der Literatur.

  • Vor fünfzig Jahren – 30. Juni 1934

    Der ermordete Ghostwriter

    „Die Regierung ist wohlunterrichtet über all das, was an Eigennutz, Charakterlosigkeit, Unwahrhaftigkeit, Unritterlichkeit und Anmaßung sich unter dem Deckmantel der deutschen Revolution ausbreiten möchte.

    Von Wolfgang Bergsdorf

  • Gustav Januš

    Wie ein immerwährendes Heimweh

  • länderspiegel
  • Die Aufklärung entläßt ihre Kinder

    Vernunft, Geschichte, Fortschritt werden verabschiedet: Mythos ist der neue Wert

    Von Fritz J.raddatz

  • Lebensart
  • ARD und ZDF buhlen um die Gunst der Fernsehzuschauer. Doch diese Konkurrenz ist nicht immer sinnvoll.

    Wo bleibt Dagma?

    In der nächsten Woche wollen die Intendanten der ARD in Baden-Baden über ein neues Programmschema beraten. Die Mehrheit von ihnen möchte, daß das Abendprogramm mit Filmen, Shows oder Kultursendungen nicht erst um 20.

  • Die Stimmen von Amerika

    Sie kommen irgendwoher: Stimmen der Technik, Stimmen ohne Münder, Stimmen, die Menschen zum Wahnsinn treiben

    Von Axel Arens

  • Sozialstaat mit neuer Dimension

    Mut zum Risiko wird Ulf Fink niemand absprechen können. Der Berliner Senator für Gesundheit, Familie und Soziales hat das für Politiker ziemlich unerhörte Wagnis unternommen, über Menschlichkeit nicht nur zu reden, er will sie organisieren.

    Von Rolf Zundel

  • unzugeordnet
  • Vor einem Scherbenhaufen

    Das haben die beiden Seiten nicht gewollt.“ Dies ist das Fazit eines Mannes, der die Stimmungslage auf beiden Seiten der Tariffront genau kennt.

  • Sternstunde des Musiktheaters: Luc Bondy inszeniert in Brüssel „Così fan tutte“

    Musik vom traurigen Glück

    Die erste Szene von „Così fan tutte“ spielt in Luc Bondys Inszenierung nicht in einem Kaffeehaus der Bucht von Neapel, sondern in einem Opernhaus.

    Von Rolf Michaelis

  • Worte der Woche

    „Ich kann diese Art der Pressepolitik, die offensichtlich darauf abzielt, sowohl auf die Bundesregierung als auch auf die DDR-Führung Druck auszuüben, nur als unverantwortlich und schädlich bezeichnen.

  • Freie Demokraten

    „Ich traue mir das Amt zu“

    Martin Bangemann: Diese Woche noch Wirtschaftsminister, nächstes Jahr FDP-Vorsitzender?

    Von Rolf Zundel

  • Innerdeutscher Konflikt

    Asylanten in der Sackgasse

    Wenn der Ostberliner Anwalt Wolfgang Vogel, der diskrete Vertraute und Beauftragte Erich Honeckers in vielen heiklen innerdeutschen Dingen, öffentlich davon spricht, die deutsch-deutschen Beziehungen stünden auf dem Spiel, dann ist tatsächlich Gefahr im Verzug.

    Von Carl-Christian Kaiser

  • Sündige kräftig!

    Die erste Nachricht vermeldete wenig Friedens-Bewußtsein: Die Sowjetunion, folglich auch die DDR, schließlich auch Polen, Ungarn und Jugoslawien boykottieren in diesem Jahr die Segelwettbewerbe.