Die Halbjahresbilanz 1984 ist für die Investment-Sparer im allgemeinen negativ. Freimütig räumt der Bundesverband Deutscher Investment-Gesellschaften e. V. ein, daß die hochgesteckten Erwartungen „noch“ nicht erfüllt worden sind. Als Gründe für die enttäuschende Wertentwicklung der Fonds führt der Verband die von den Rentenmärkten der USA ausgehende Zinsunsicherheit, die Verschuldungsprobleme der südamerikanischen Staaten und vor allem den in seinem Ausmaß nicht erwarteten Arbeitskonflikt in der Bundesrepublik an.

Wie immer in Phasen rückläufiger Kurse vermochten die Fonds-Manager die Auswirkungen auf die ihnen anvertrauten Vermögen vermindern. Gegen den Strom schwimmen konnten sie natürlich nicht.

Einigermaßen zufrieden können die Sparer der Rentenfonds sein, die sich auf deutsche festverzinsliche Papiere konzentrieren. Bei ihnen gab es Wertverbesserungen, die teilweise über vier Prozent hinausgingen. Für das gesamte Jahr 1984 hochgerechnet kämen die deutschen Rentenfonds auf ein Plus, das über acht Prozent hinausgehen müßte. Dies ist allein den ihnen zufließenden Zinseinnahmen zu verdanken. Spektakuläre Kursgewinne waren bislang nicht zu erzielen und dürften wohl auch bis zum Jahresschluß kaum anfallen.

Weniger befriedigend war die Entwicklung der international anlegenden Rentenfonds, bis vor kurzem noch die Rennpferde der Branche. Die in den letzten Monaten durch Zinssteigerungen in den USA eingetretenen Kursverluste bei den auf Dollar lautenden festverzinslichen Titeln haben am Wert der Anteile gezehrt. Der Anstieg des Dollar gegenüber der Mark konnte nur einen geringen Ausgleich bringen. Teilweise ist der Währungsgewinn durch Kurssicherungsgeschäfte vorsichtiger Fonds-Manager verringert worden.

Enttäuschend für die Anleger war die Wertentwicklung bei den in unserer Tabelle noch nicht enthaltenen Spezialitäten-Fonds. Die Fonds-Gesellschaften sind erfreut über den Absatzerfolg, den ihre Neulinge im Publikum erzielt haben. Weniger glücklich sind die Anleger in diesen Fonds. In sechs Monaten mußten sie Werteinbußen hinnehmen, die teilweise über zehn Prozent hinausgehen.

Schon jetzt läßt sich sagen, daß die Gründung dieser Fonds während der Spätphase der im Februar 1984 ausgelaufenen Hausse zu einem falschen Zeitpunkt erfolgt ist. Von den Spezialitätenfonds weist lediglich der DWS-Energiefonds ein kleines Plus von 2,3 Prozent auf. K. W.