Hervorragend

„Bluthochzeit“ (Bodas de sangre) von Carlos Saura ist der Film über ein Ballett nach dem gleichnamigen Theaterstück (1933) von Federico Garcia Lorca. Die Choreographie stammt, wie bei Sauras erfolgreichem „Carmen“-Film, von Antonio Gades. Der selbst tanzt den Leonardo, der seine Frau verläßt und seine Geliebte bei deren Hochzeit entführt. Sie werden jedoch von dem tief in seiner Ehre verletzten Bräutigam eingeholt. Beim Messerkampf sterben beide Männer; die Braut umarmt zwei Leichen. – Eröffnet wird dieser Film aus dem Jahre 1981 – zwischen ihm und „Carmen“ (1983) liegen noch „Zärtliche Stunden“ und „Antonieta“ – von Szenen in der Garderobe der Tänzer und einem Interview mit Gades. Das gibt dem Film den Einstieg und das Klima eines Dokuments, das er entschiedener durchhält als „Carmen“. Er zeigt den Tanz in seiner Entwicklung aus kleinen Schritten und Bewegungen. Die Kamera (Teo Escamilla wie bei „Carmen“), oft am Boden gleitend, scheint die Motionen nicht nur zu begleiten, sondern erst zu erschaffen. So ist auch die Schnittfolge weniger von der erzählerischen Linie bestimmt als von der Absicht, den Tanz als Prozeß und Prozedur zu visualisieren. In der Musik dominieren spanische Perkussionsinstrumente mit Grundrhythmen der Musikfolklore, denen sich auch Populärmusik vollkommen integriert. Anders als „Carmen“ sucht sich „Bluthochzeit“ keine Überhöhung durch eine verdoppelte Geschichte, der die Führung der Phantasie anvertraut wird. „Bluthochzeit“ ist nicht eine Fingerübung zu „Carmen“, sondern, cineastisch gesehen, der reinere, weil abstraktere Film. Peter W. Jansen

Empfehlenswerte Filme

„Der Wanderkrebs“, „Rita Ritter“ von Herbert Achternbusch. „Ich Du Er Sie“ von Chantal Akerman. „Das Geld“ von Robert Bresson. „Friedliche Tage“ von Richard Blank. „Frevel“ von Peter Fleischmann. „Dies rigorose Leben“ von Vadim Glowna. „Der Kontrakt des Zeichners“ von Peter Greenaway. „Das Fenster zum Hof von Alfred Hitchcock. „Das Leben ist ein Roman“ von Alain Resnais. „Abwärts“ von Carl Schenkel. „Der Schlaf der Vernunft“ von François Truffaut. „Super“ von Adolf Winkelmann.