Für den bayerischen Panzerhersteller interessieren sich viele Unternehmen

Dementis gehören zum Geschäft der Konzerne. Als jüngst in der Hauptversammlung der Münchner Flick-Enkeltochter Krauss-Maffei AG der Aufsichtsratsvorsitzende Hans Werner Kolb aus der Düsseldorfer Zentrale des Flick-Konzerns versicherte, weder gebe es ein Kaufangebot noch seien Beschlüsse gefaßt, die Krauss-Maffei-Aktien zu verkaufen, da nahmen eingeweihte Beobachter dies achselzuckend zur Kenntnis.

Sie zweifeln nicht daran, daß Friedrich Karl Flick seine Münchner Panzerschmiede verkaufen will. Die Gespräche darüber begannen schon im vergangenen Jahr. Im Februar hatte zwar der Vorstandsvorsitzende von Krauss-Maffei, Hans-Heinz Griesmeier, behauptet, Flick wolle seine bayerische Dependance behalten, gleichzeitig rechnete er aber vor, wieviel das Unternehmen wohl wert sei.

Zwar ist noch nicht sicher, wer bei Krauss-Maffei einsteigen wird. Als Favorit gilt der Luft- und Raumfahrtkonzern Messerschmitt-Bölkow-Blohm GmbH (MBB) in Ottobrunn bei München, dessen Chef Hanns-Arnt Vogels als früherer Flick-Manager bis Ende 1982 dem Krauss-Maffei-Aufsichtsrat vorsaß und deshalb das feilgebotene Unternehmen recht gut kennt.

Vogels war denn auch von Bundesverteidigungsminister Manfred Wörner angesprochen worden, als um die Jahreswende die Verkaufsabsichten Flicks deutlich wurden und gar von einem Verkauf an die englische Firma Vickers die Rede war. Wie auch andere Politiker und Industrielle vertrat Wörner die Ansicht, die Rüstungsfabrik müsse in deutschen Händen bleiben. Wörner soll Vogels gebeten haben, sich der Firma anzunehmen.

Doch begeistert von dieser Idee sind keineswegs alle leitenden Mitarbeiter des Ministers auf der Bonner Hardthöhe und im Koblenzer Bundesamt für Wehrtechnik, am wenigsten der neue Rüstungs-Staatssekretär Manfred Timmermann. Da MBB schon gut die Hälfte seines Umsatzes von 5,9 Milliarden Mark mit dem Militär macht und bei Krauss-Maffei der Panzerbau zuletzt 84 Prozent von gut 2,2 Milliarden Mark Gruppenerlös brachte, ergäbe es ein gewaltiges wehrtecnnisches Potential von annähernd fünf Milliarden Mark, wenn beide Firmen zusammengingen.

Dies paßt natürlich auch den Konkurrenten im Norden und Westen der Bundesrepublik keineswegs ins Konzept. Schon jetzt klagen sie über das Süd-Nord-Gefälle bei der Beschaffungspolitik der Bundeswehr.