Haben die Hersteller von Zündhölzern irgendwelche besonderen Rechte, in das Geschäft mit Gasfeuerzeugen einzusteigen? Natürlich nicht, und alles andere wäre ein Skandal. Die deutschen Zeitungsverleger freilich halten seit Jahren eine solche Extrawurst zum eigenen Wohle für selbstverständlich. Die kommenden privaten TV- und Rundfunkprogramme, so argumentieren sie sehr schlicht, würden ihr Anzeigengeschäft schmälern. Und deshalb müßten Verlage bei der Verteilung von Sendelizenzen bevorzugt werden.

Selbstverständlich ist das Unsinn. Der etwas vorsichtiger formulierenden Monopolkommission, dem höchsten Ratgebergremium der Bundesregierung in Wettbewerbsfragen, ist das auch nicht entgangen. Sie hält die Verleger-Argumentation „nicht für schlüssig“. Rote Zahlen bei Verlagen, heißt es im jüngsten Kommissionsbericht, würden „nicht allein dadurch“ verschwinden, „daß die Zeitungsverleger zusätzlich die neuen Medien betreiben oder daran beteiligt werden“.

Die Kommission will denn auch, um noch mehr Konzentration im Mediengeschäft zu vermeiden, die großen Zeitungskonzerne, aber auch regionale Monopolunternehmen, am liebsten ganz vom Privatfernsehen fernhalten. Das ist konsequent, aber auch keine gute Lösung. Denn wer sonst soll all die teuren neuen Programme bezahlen? So reduziert sich das Problem auf die Frage nach dem geringeren Übel: Springer oder Deutsche Bank?

-üth