Immer neue Jahrestiefstkurse am Aktienmarkt bei erschreckend geringen Umsätzen kennzeichnen in diesen Tagen die Börsentendenz. Die Zahl derjenigen, die noch an eine Fortsetzung der im Februar dieses Jahres abgebrochenen Aktienhausse glauben, verringert sich von Tag zu Tag. Gleichwohl sprechen die meisten Börsianer nur von einem „Sommerloch“. Sie warten darauf, daß der Schock, den der lange Arbeitskampf in der Metallindustrie hinterlassen hat, bis zur Rückkehr der Kundschaft aus den Ferien abgeklungen ist und dann die konjunkturelle Szene von neuem wirtschaftlichen Wachstum beherrscht wird.

Wie wenig optimistisch die Experten jedoch sind, zeigt ihre betonte Zurückhaltung gegenüber den in der Vergangenheit überdurchschnittlich gedrückten Autoaktien. Das hat nicht nur Streikgründe. Das politische Gerangel um den Bau abgasarmer Autos und die abwehrenden Argumente der Autohersteller, die wirtschaftliche Einbußen fürchten, machen Autoaktien in der Tat nicht gerade attraktiv.

Da die Aussichten auf Kursgewinne alles andere als rosig sind, gewinnt am Aktienmarkt das Renditedenken wieder an Boden. Und das bringt die Papiere der Großchemie verstärkt ins Spiel. Denn kommt es bei ihnen für 1984 zu einer Dividendenanhebung von sieben auf acht Mark, wovon Optimisten überzeugt sind, läßt sich beispielsweise bei den BASF-Aktien unter Einschluß des zur Bardividende gehörenden Körperschaftsteuerguthabens eine Gesamtrendite von 8,3 Prozent ausrechnen. Das ist in etwa so viel, wie gegenwärtig eine Bundesanleihe an Rendite bringt. K. W.