• DIE ZEIT: Jahrgang 1984

  • Einzelausgaben, nach Datum sortiert:

  • Ausgabe 1984/01

    Ausgabe ansehen
    • Kreml-Wunder

      l nfangs erschien er manchen als Wunderhei JLSystem weiter danieder, weil er selbst fast unheilbar erkrankte. Bald schon galt er auch als politisch waidwunder Mann.

    • Todes-Spiele

      Hamburg ist von der Roten Armee genommen, Hannover auch – die Russen kamen über Dänemark, fielen in Schleswig-Holstein ein. eroberten in Stunden Lübeck und Kiel; erst hinter der Weser bilden Nato-Streitkräfte Verteidigungsstellungen für das Ruhrgebiet.

  • Ausgabe 1984/02

    Ausgabe ansehen
    • Politik mit der Dampfwalze

      Nach einem monatelangen verbalen Trommelfeuer wird es jetzt ernst: Bis Ende Februar müssen sich Arbeitgeber und Gewerkschaften am Verhandlungstisch über die künftige Gestaltung der Arbeitszeit einigen.

    • Im Wartesaal der Geschichte

      Man kann es verstehen, wenn unsere Nachbarn sich vor dem Aufbruch der deutschen Seele fürchten: Zwischen zwei und drei Millionen Deutsche strömten im vergangenen Herbst auf den Straßen der Bundesrepublik zusammen oder versammelten sich zu Tausenden in den Städten, um für Frieden zu demonstrieren.

  • Ausgabe 1984/03

    Ausgabe ansehen
    • Stachel im Fleisch

      Große Leistungen auf dem Gebiet der Naturwissenschaften, mehr und mehr auch auf dem Gebiet der Geisteswissenschaften, können aus keinem Lande in so großer Zahl gemeldet werden wie aus den Vereinigten Staaten.

    • Rechtskurve

      Die Revolution entläßt ihre Sänger: Frankreichs populärster Chansonnier Yves Montand hat sich – obwohl noch Star der Polit-Filme „Z“ und „Das Geständnis“ – endgültig von der Linken losgesagt.

  • Ausgabe 1984/04

    Ausgabe ansehen
    • Ein Anfang, noch kein Durchbruch

      Die westliche Allianz sei selten so harmonisch aufgetreten wie jetzt in Stockholm. Dahinter ist zum einen die Erleichterung zu spüren, daß das Bündnis die schwere politische Prüfung Nachrüstung verhältnismäßig unzerzaust überstanden hat.

    • Die Fakten müssen auf den Tisch

      „Wenn ein Bundesminister für sein Amt Autorität und Vertrauen braucht, dann ist es der Bundesminister der Verteidigung. Er ist mehr als jeder andere auf Autorität angewiesen, und Autorität ist immer Autorität des Amtes und der Person.

  • Ausgabe 1984/05

    Ausgabe ansehen
    • Reisegepäck

      Nach elf Jahren reist mit Helmut Kohl wieder ein deutscher Bundeskanzler nach Israel – der Vertreter eines Landes, dessen Name und dessen Geschichte untrennbar verbunden bleiben mit dem Mord am jüdischen Volk.

    • Erster Riegel

      Die Obrigkeit hat es heute schwerer als ehedem, Bürger am Gebrauch verbriefter Rechte zu hindern. Oft läßt sich der erwünschte Abschreckungseffekt erst im nachhinein erreichen.

  • Ausgabe 1984/06

    Ausgabe ansehen
    • Sanierung

      Die Gefahr eines „großen Krachs“, eines Zusammenbruchs des internationalen Finanzsystems, scheint gebannt zu sein. Über den Berg sind wir freilich noch nicht.

    • Politik als Peinlichkeit und Posse

      Wenn Helmut Kohl seinem politischen Instinkt folgt, kommt er einer Einsicht ziemlich nahe, die der chinesische Philosoph Lao-Tse in den Satz gefaßt hat: „Man regiere ein großes Land, wie man kleine Fische brät“ – was heißen soll: geduldig, mit sicherer, aber leichter Hand, ohne hektische Bewegungen, sonst bleiben am Ende nur die Gräten.

  • Ausgabe 1984/07

    Ausgabe ansehen
    • Jahrestag

      Religiöser Fanatismus als politische Kraft, die r% Dynastien fällt und Armeen zittern läßt JLlnoch dazu im aufgeklärten 20. Jahrhundert? Gerade dies ist vor fünf Jahren im Iran geschehen: Am 16. Januar 1979 flon der Schah aus Teheran, am 11.

    • Hokuspokus – alles wieder wie es war

      Für diejenigen unter uns, die seit Kriegsende am Aufbau der Bundesrepublik mitgewirkt haben und die ein wenig stolz darauf sind, daß da ein Staat entstanden ist, der toleranter ist als alle seine Vorgänger, mit einer Gesellschaft, die liberaler ist, als dies auf deutschem Boden bis dahin üblich war – für sie alle sind die Bonner Geschehnisse der letzten Wochen eine bittere Enttäuschung gewesen.

  • Ausgabe 1984/08

    Ausgabe ansehen
    • Der Westen muß den Wechsel nutzen

      Jedesmal, wenn im Kreml ein neuer Mann das Ruder übernimmt, keimt in der Welt Hoffnung: auf Verbesserungen im Ost-West-Verhältnis, auf Annäherung der Großmächte, auf Konfliktregelung.

    • Ordnungsruf

      Die Außenwirkung der Bonner Grünen ist besser als ihr innerer Zustand. Der Bundestag hat sich an sie gewöhnt; die Abgeordneten hören einigen von ihnen – dem integren, erfahrenen Otto Schily ebenso wie dem intelligenten, wendigen Joschka Fischer – gespannt, manchmal wohlwollend zu.

  • Ausgabe 1984/09

    Ausgabe ansehen
    • Sündenrabatt

      Was sind wir doch für ein merkwürdiger Staat, was für eine sonderbare Gesellschaft. Da jammert alles über die Selbstbedienungsmentalität der Interessengruppen, über die Korrumpierer und die Korrumpierten, die nach Flick-Muster ihr Schäfchen ins trockene zu bringen suchen, über den Verlust des Maßstäblichen in so vielen öffentlichen Dingen.

    • Bonn schlief

      Helmut Kohl spielte vor den Kommandeuren in Travemünde seine Lieblingsrolle: den starken und gerechten Kanzler. So polterte er los, es sei „ein Skandal“ und „unerträglich“, daß mehr als ein Drittel eines wehrpflichtigen Jahrgangs weder Wehr- noch Zivildienst leiste.

  • Ausgabe 1984/10

    Ausgabe ansehen
    • Besonnen bleiben

      Auf einem Spaziergang während der zweiten deutsch-deutschen Gipfelbegegnung im Mai 1970 in Kassel fühlte DDR-Ministerpräsident Willi Stoph behutsam bei Kanzler Brandt vor, ob nicht Bonn dazu beitragen könne, die Fluchtbewegung nach Westen einzudämmen.

    • Kein Programm, aber die Mehrheit

      Am schönsten drückt sich die Verwunderung über Helmut Kohl in einer Geschichte aus, die Werner Remmers, ein Niedersachse von schlitzohriger Deftigkeit, kürzlich beim Grünkohlessen erzählte: Ein Bauer geht in einen Zoo und sieht dort zum erstenmal eine Giraffe.

  • Ausgabe 1984/11

    Ausgabe ansehen
    • Grüner Abgesang

      Vor einem Jahr zogen sie mit Blumen und Grün in den Bundestag ein, fest entschlossen, eine andere, bessere, alternative Partei zu sein: tolerant und großherzig, offen und friedfertig, ohne Hierarchien und Funktionäre.

    • Alleingang

      Herbert Achternbusch, der Schriftsteller und Filmregisseur, und Friedrich Zimmermann, der Innenminister – die beiden lieben sich nicht, aber sie bilden ein ideales Gespann gegenseitiger Förderung.

  • Ausgabe 1984/12

    Ausgabe ansehen
    • Unfug

      Noch immer hat der Mohr seine Schuldigkeit nicht getan: Als lebten wir ungetrübt im Zeitalter des Glasperlen-Kolonialismus, verteilt das Branchenblatt Buchmarkt an die Buchhandlungen einen „schwarzen Butler“ per Werbe-Poster für seine Kinderzeitschrift Tim + Tini: „Diesen Mohren gibt es für alle, die mindestens 250 Tim + Tim-Exemplare beziehen, zu einer Schutzgebühr von nur 29,80.

    • Zuviel der Sorge, zuviel der Hoffnung

      Der erste, der kam, war der Alte Fritz. Er kam hoch zu Roß und war der Vorreiter einer Wende, die sich derzeit in den deutsch-deutschen Beziehungen anbahnt.

  • Ausgabe 1984/13

    Ausgabe ansehen
    • Brot statt Marx

      Gleichsam hinter dem Rücken des Weltbewußtseins hat sich während der letzten Wochen die politische Topographie im südlichen Afrika verändert.

    • Tiefsprung

      Das Hirn hat keine Muskeln. Sonst hätte eine Muskel-Meisterin wie die Hochspringerin Ulrike Meyfarth beim ersten Versuch, über Kunst und Geschichte Deutschlands nachzudenken, nicht die Latte gerissen.

  • Ausgabe 1984/14

    Ausgabe ansehen
    • Richtfest

      Nun ermittelt also der Präsident des Westberliner Kammergerichts gegen die fünf Richter seines zweiten Strafsenats wegen eines Disziplinarvergehens: Sie hätten im Dienst Alkohol getrunken.

    • Im Rückwärtsgang

      Eine Gruppe hochkarätiger amerikanischer Experten ist gerade von einem deprimierenden Besuch in der sowjetischen Hauptstadt zurückgekehrt.

  • Ausgabe 1984/15

    Ausgabe ansehen
    • Mühsames Verteilen

      Soviel guten Rat und soviel teilnahmsvolle Empfehlungen wie jetzt, da über Steuersenkungen und Entlastungen für die Familien debattiert wird, hat die christlich-liberale Regierung seit ihrem Amtsantritt noch nicht erhalten.

    • Mit fünfzig Jahren: Gnad’ dir Gott?

      Sollen wir immer jünger alt werden? Vorige Woche hat der Bundestag die neue Vorruhestandsregelung beschlossen, nach der ein jeder sich unter bestimmten Voraussetzungen mit 58 Jahren aus dem Arbeitsleben zurückziehen kann.

  • Ausgabe 1984/16

    Ausgabe ansehen
    • Potemkin

      Konstantin Tschernjenko hat sich schnell etabliert – er zieht das Bewährte der Bewegung vor. Zwar erweckt der neue Kremlchef nach außen hin den Anschein, als sorge er im Stil und mit dem Besen Andropows weiter für etwas mehr Profil und Schwung.

    • Ein Streik brächte uns nicht weiter

      Der Grundkonsens zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften darf nicht unter die Räder geraten

  • Ausgabe 1984/17

    Ausgabe ansehen
    • Protest verhindert wenig, doch verändert vieles

      Die Startbahn West hat ein verschämtes Debüt erlebt. Die übliche Prominenz aus Politik und Wirtschaft fehlte, als der erste Jet vorige Woche in den Frankfurter Morgenhimmel abhob; bis zuletzt war der Abflugtermin wie ein Staatsgeheimnis gehütet worden.

    • Im dunklen Drange

      Beklommen heißen wir eine neue Erdenbürgerin auf unserem aus den Fugen geratenen Globus willkommen. Ein Ärzteteam in Melbourne/Australien verhalf vier Wochen vor Ende der normalen Schwangerschaft durch Kaiserschnitt einem gesunden Mädchen zur Welt: Das Kind wog fünf-Pfund, Mutter und Tochter sind den Umständen entsprechend wohlauf.

  • Ausgabe 1984/18

    Ausgabe ansehen
    • Neuer Elan

      Nun hat das wiedererwachte Selbstbewußtsein der westdeutschen Industrie auch ein Symbol: die Leistungsschau in Japan. Als erstes Land hat die Bundesrepublik es gewagt, sich mit einer nationalen Messe in Tokio zu präsentieren – allein dieser Mut verdient schon Lob.

    • Bockbeinig

      Der Abrüstungskonferenz in Genf hat der amerikanische Vizepräsident Bush den Entwurf eines Vertrages vorgelegt, der alle chemischen Waffen verbieten soll.

  • Ausgabe 1984/19

    Ausgabe ansehen
    • Werben mit Sterben?

      Es geschieht jeden Tag. Einem todkranken, von unsäglichen Schmerzen gequälten Klinikpatienten wird der Rest des Sterbens erlassen.

    • Woher die Soldaten nehmen?

      Zu den Lebensregeln der Bundeswehr gehört von ihrer Geburtsstunde an die immer wiederkehrende banale Erkenntnis: Unsere Leistungskraft ist begrenzt, die Streitkräfte müssen sich nach der Decke strecken.

  • Ausgabe 1984/20

    Ausgabe ansehen
    • Mafia-Tricks

      Wenn der südafrikanische Premierminister Botha im Juni die Bundesrepublik besucht, dann wird er sich gegen die unausweichlichen Demonstrationen auch damit wehren, daß sein Land mit den schwarzen Nachbarn im Süden Afrikas eine neue Basis der Zusammenarbeit gefunden habe.

    • Kein Freibrief

      Die IG Metall hat bei den ersten Urabstimmungen im Konflikt um die 35-Stunden-Woche in Baden-Württemberg ein Traumergebnis erzielt: genug Stimmen, um vor den Arbeitgebern nicht wie ein geschlagener Haufen dazustehen; nicht genug Stimmen, um nun bedenkenlos in den Streik zu ziehen für eine Forderung, die nach wie vor eine große Mehrheit der Bevölkerung als unsinnig ablehnt.