Autos aus jener Zeit, da man den Windkanal noch nicht kannte, erfreuen sich heute ob ihrer individuellen und oft bizarren Formen großen Interesses. Das macht sich auch auf dem Autobuchmarkt bemerkbar, mehrere Neuerscheinungen gedenken der guten alten Zeit. Das umfassendste Buch ist von Roger Gloor: „Personenwagen der 60er Jahre.“ Auf über 400 Seiten mit zahlreichen Schwarzweißphotos dokumentiert es mit Akribie die Autogeschichte eines entscheidenden Jahrzehnts. Die 78 Mark sind für Autofreunde gut angelegt, zumal der Hallwag-Verlag dem großformatigen Buch eine ordentliche Ausstattung gegeben hat.

Monika Podzun konzentriert sich bei dem von ihr herausgegebenen Band „Die deutschen Autos der Wirtschaftswunderzeit“ auf den heimischen Markt. Hauptvorteil dieses 142 Seiten starken Buches sind die Modellphotos (häufig in Farbe). Die Texte sind knapp gehalten, für ausgewählte Modelle gibt es technische Daten. Das im Podzun Verlag, Brilon, erschienene Buch kostet 39,80 Mark.

Allein auf eine deutsche Marke, und auch nur auf deren Sportplakate, kapriziert sich Jürgen Lewandowski: „Porsche-Plakate“. Das großformatige, 160 Seiten starke Buch spricht die Internationale der Porsche-Fans in drei Sprachen an, entsprechend knapp ist der Text. Die Plakate, die teilweise in Farbe wiedergegeben werden, zeigen nicht nur die erfolgreiche sportliche Laufbahn des Stuttgarter Flitzers, sondern auch eine Kurzgeschichte der Werbegraphik im Nachkriegs-Deutschland. Der Band ist im Verlag Stadler, Konstanz, erschienen und kostet 138 Mark – ein happiger Preis.

Naturgemäß noch weiter zurück reicht die Modellgeschichte, die Werner Oswald für „Mercedes-Benz-Personenwagen“ zusammengestellt hat. Das 574-Seiten-Bueh aus dem Motorbuch Verlag Stuttgart (88 Mark) ist eine vorzügliche Übersicht zur bald hundertjährigen Produktion des deutschen Renommierunternehmens. Photos, technische Daten und kurze historische Verweise machen das Buch zu einem wertvollen Nachschlagewerk. Erfreulich ist, daß Oswald nicht nur Daimler und Benz, sondern auch dem wenig bekannten Wilhelm Kissel die zustehende Reverenz erweist.

K. V.