Am 26. September 1880 gründete der bekannte finnische Patriot Alex Olof Freudenthal in Helsinki einen Herrenclub – den „Svenska Klubben“ –, wo sich die damalige Intelligenzija zum ungestörten Gedankenaustausch treffen konnte.

Fünfzig Jahre später erwarb der Schwedische Club als neuen Sitz ein feudales Steingebäude. Das Haus war um 1900 gebaut worden auf Veranlassung eines wohlhabenden Ingenieurs, dessen Frau schottischer Abstammung war; so wurde einer ihrer Landsmänner, der Architekt R. S. Lorimer, mit dem Bau beauftragt. Lorimer ignorierte den damaligen modischen Jugendstil völlig, er sorgte für gotische Reminiszenzen: dunkle Holztäfelungen, bunte Glasfenster, gewundene Korridore – alles den Romanen von Walter Scott nachempfunden.

Und so ist es geblieben – unter Denkmalschutz sogar – alles sehr britisch, sehr antiquiert, sehr edel, mit Kaminen, die aus einem schottischen Schloß stammen. 1930 brachte der neue Besitzer seine eigenen Artefakte mit, zum Beispiel die alten Porträts der Clubmitglieder, einen Steinway-Flügel und eine Wanduhr, die Königin Ulrika Eleonora einem ihrer Hoffräuleins schenkte.

Heute heißt der Svenska Klubben alle recht herzlich willkommen, die ein vorzügliches Essen in guter Gesellschaft schätzen. Getrüffelte Lachsterrine, Rentierfilet mit Morcheln, in versiegeltem Topf geschmortes Birkhuhn sind wahrhaft erlesene Sachen. Man kann sogar (mit Voranmeldung) das berühmte Menü des Club-Gründungstages bestellen. Es beginnt mit „Salzigem“ auf Brennesselbrot, besteht aus acht Gängen und kostet pro Person und einschließlich der im Norden teuren Getränke 413 Finnmark, (etwa 207 Mark). Nach einem solchen Gastmahl glaubt man Finnland und die Finnen schon viel besser zu kennen.

Gabrielle Wittkop-Mánardeau

Restaurant Svenska Klubben, Maurinkatu 6, Helsinki 17. Tel 62 87 06; Montag bis Samstag, von 11.30 bis 1.00 Uhr nachts geöffnet. Sonntags geschlossen.