Was freiwillig nicht funktioniert, soll nun per Gesetz verordnet werden: Der Lebensmittelhandel soll Getränke wieder in Mehrwegpackungen anbieten. Werden die Preise steigen?

Johannes Jaschick, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der Verbrauchen

ZEIT: Um den Verpackungsmüll gering zu halten, will die Bundesregierung allen Lebensmittelhändlern vorschreiben, daß sie in ihrem Bier-, Cola- und Limonadensortiment künftig auch Pfandflaschen führen. Lohnt sich denn die neue Vorschrift, wo doch nur ein Viertel des Angebots im Handel Exund-hopp-Ware ist?

Jaschick: Wir begrüßen den Vorschlag zunächst, da er dem Umweltschutz dient. Am liebsten sind uns allerdings freiwillige Entscheidungen des Verbrauchers und des Handels. Beim Handel hat das aber wohl nicht funktioniert. Er hat ja der Bundesregierung ursprünglich zugesagt, in allen Läden auch Pfandflaschen anzubieten. Aber einige Unternehmen, zum Beispiel Aldi, haben sich nicht an die Zusage gehalten. Wenn eine Handelskette bei so etwas nicht mitmacht, kann auch die Konkurrenz nicht lange tatenlos zusehen. Der Trend wäre also wohl wieder mehr zur Ex-und-hopp-Ware gegangen.

Trotzdem glaube ich, daß auch der umweltbewußte Verbraucher in Zukunft mehr Pfandflaschen nachfragen und damit den Handel – auch Unternehmen wie Aldi – beeinflussen wird.

ZEIT: Ist das nicht sehr optimistisch gedacht?

Jaschick: Ich glaube nicht. Denn wir sind zur Zeit dabei, die Bundesbürger verstärkt über die ökologischen Konsequenzen ihrer Einkäufe zu informieren. Ein Beispiel: Bei Aluminium-Getränkedosen klären wir die Verbraucher darüber auf, daß die Aluminiumherstellung sehr energieintensiv ist und die Abfalle außerdem besonders schwer zu beseitigen sind. Der Konsument soll dahingehend beeinflußt werden, daß er nicht nur auf den Preis schaut, sondern auch auf die Kosten für die Umwelt und die Ressourcenbilanz. Doch ich geben Ihnen insoweit recht, daß das alles seine Zeit braucht. Deshalb sind – solange der Verbraucher nicht einsichtig ist – gesetzliche Schritte schon vonnöten.