Livingston – europäischer Stützpunkt für Amerikaner und Japaner

Von Reiner Luyken

In dem üppigen Reklame-Tohuwabohu der Londoner U-Bahnstationen stechen immer wieder Plakate mit der herausfordernden Schlagzeile „Make it in Livingston“ ins Auge: Mach’s gut in Livingston! Darunter versprechen kleinere Lettern ein nerzliches Willkommen und riesige Beihilfen in der schottischen Stadt im Herzen von GroßbritanniensSilicon Valley“. Den Hintergrund der Anzeige bildet eine bunte Landkarte, welche die fünfhundert Kilometer von dort bis in die britische Hauptstadt perspektivisch kunstvoll verkürzt.

Wer sich so durch die Entfernung nicht mehr abschrecken läßt, den erwartet in Livingston allerdings tatsächlich ein im traditionsbewußten Schottland fast utopisch, wie ein Fremdkörper anmutendes Gemeinwesen.

Die großzügig, jedoch rein zweckdienlich geplanten Wohnanlagen rechts der Hauptstraße haben so gar nichts mit dem Charme der Edinburgher Altstadt gemein, die nur zwanzig Kilometer östlich von hier jedes Jahr Tausende von Touristen anlockt. Sie erinnern eher an die weiträumige Struktur einer amerikanischen Armeekaserne in Deutschland. Auf der anderen Straßenseite überzieht ein geradezu futuristisch wirkendes Industriegelände die Hügel des südschottischen Tieflandes.

„Livingston“, sagt David Moffat, der Leiter der Abteilung Marketing der Livingston Development Corporation, „ist die am schnellsten wachsende Stadt Schottlands.“ 1962 beherbergte sie ganze zweitausend Einwohner; heute leben hier auf über fünfundzwanzig Quadratkilometern 40 000 Menschen.

Eine neue Stadt