Alle anderen sind Gescheiterte. Das einzige, was die können, ist, ihre Bilder verkehrtherum aufzuhängen.“ Dies bizarre Urteil über die gesamte Kunst des 20. Jahrhunderts – ausgenommen Picasso und Juan Gris – hat der achtzigjährige Surrealist Salvador Dalí der spanischen Zeitung El Pais verplaudert. Nach einer Hautverpflanzung infolge schwerer Verbrennungen lebt der auf 50 Kilo Abgemagerte – „ein Schatten seiner selbst“, beschreibt die Interviewerin sogar den einst berühmten Schnurrbart – neben dem eigenen Museum Torre Galatea in Figueras bei Gerona, die Hände zitternd, eine Sonde für flüssige Ernährung in der Nase. Aber die Zunge ist so spitz wie eh und je.

Fast ein Jahrhundert Kunstgeschichte fegt er beiseite: Frankreich (Matisse?), England (Bacon?), Rußland (Chagall?) hätten alle keine großen Maler hervorgebracht? „Künstler sind wie Trüffeln, es gibt Orte, da gedeihen sie, und an anderen nicht“, ist eine der greisen Verlautbarungen.

Nun gibt es weiße und schwarze Trüffeln. Dalí, laut eigenem Dictum Monarchist und einer der „Gescheiterten“, liebt offenbar die schwarzen: Seine Hauptbewunderung gilt dem „Künstler“ General Franco. F.J.R.