Einreiseverbot

Die DDR hat wieder einen westdeutschen Journalisten bestraft: Helmut Lölhöffel, über fünf Jahre für die Süddeutsche Zeitung bei der DDR ackreditiert, seit Herbst letzten Jahres Bonner Korrespondent für die Frankfurter Rundschau, wurde im November und Januar die Einreise nach Ost-Berlin verweigert. Die Bonner DDR-Vertretung begründet die Einreisesperre mit der früheren Tätigkeit Lölhöffels in der DDR. Es ist nicht das erste Mal, daß die DDR gegen westdeutsche Journalisten vorgeht. In den zwölf Jahren, seitdem Korrespondenten in der DDR arbeiten, sind drei von ihnen ausgewiesen worden, für eigene Beiträge oder (so beim Spiegel) Artikel der Redaktion über die DDR. Am Fall Lölhöffel ist neu, daß die DDR keinen seiner Artikel monierte, auch sonst keinerlei Hinweis auf die Gründe für das Einreiseverbot gab. Neu ist außerdem, daß ein Korrespondent rückwirkend für etwas, was er im ersten Halbjahr des letzten Jahres getan haben muß, bestraft wird. Die siebzehn in der DDR akkreditierten westdeutschen Korrespondenten haben am Montag gegen die für sie unverständliche Maßnahme gegenüber einem ehemaligen Kollegen protestiert.

Auf den Hund gekommen

Ganz so langweilig, wie er immer dargestellt wird, ist der Berliner Wahlkampf denn wohl doch nicht. Dafür sorgt schon der Arbeitskreis Stadthygiene. Er hat ein brisantes Thema aufs Tapet gebracht: die Verunreinigung von Parks und Spielplätzen durch Hunde. Weil die CDU auf ihren Wahlplakaten statt fröhlicher Kinder einen niedlichen Dackel präsentiert, zieht der Arbeitskreis den Schluß, die Partei sei für Hunde und gegen Kinder. Als zusätzliche Entscheidungshilfe für die Wähler propagieren die Hundegegner deshalb den Slogan: „CDU Berlin – köterfreundlich statt kinderfreundlich“. Keine politischen Alternativen in Berlin? Die Entscheidung – Hunde oder Kinder – ist bestimmt eine.

Hakelei am Tejo

Das Verhältnis zwischen Präsident und Parlament Portugals hat sich erneut verschlechtert. Ramalho Eanes legte sein Veto gegen ein Gesetz ein, mit dem die Diäten der Abgeordneten kräftig erhöht werden sollten, billigte hingegen eine Erhöhung seines Gehalts mit der Begründung, es sei seit 1973 unverändert. Mehr als einmal hat der Präsident öffentlich verlangt, die Parteien sollten weniger Zeit auf interne Querelen als auf die triste wirtschaftliche Lage verwenden. Wie, das will er ab 1986 zeigen: Am vergangenen Wochenende wurde die Eanisten-Partei gegründet, deren Vorsitz er übernehmen will, wenn seine Amtszeit im Dezember abläuft.