In der Reihe von Nachschlagwerken für Jugendliche im Rowohlt Taschenbuch Verlag liegt nun das achte Handbuch vor. Nach Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Recht, Psychologie, Erziehung und Nationalsozialismus heißt das Generalthema dieses Bandes: Umwelt. Ein Autorenteam, das im Medienbereich ökologische Fragen aus naturwissenschaftlicher und pädagogischer Sicht bearbeitet, hat ein Stichwort-Lexikon herausgebracht, in dem Begriffe, Sachverhalte und grundlegende Kenntnisse zum Thema Umwelt umfassend, präzise und gut faßlich dargestellt werden –

Brunhilde Marquardt, Helmut Mikelskis, Conrad Westhoff: „Jugendlexikon Umwelt – Umweltwissen in Stichworten“; rororo Handbuch 6301, Rowohlt Verlag, Reinbek; 342 S., 10,80 DM.

Unter dem Stichwort „Umwelt“ heißt es da: „Das Wort Umwelt hat Hochkonjunktur, es ist in aller Munde. Je häufiger es verwendet wird, desto mehr hat jeder den Eindruck, schon zu wissen, was gemeint ist. Der Umweltbegriff wird jedoch häufig beschränkt. Diese Verengung ist abzulehnen. Nur im Zusammenwirken biologischer, physikalischer, technischer, sozialer und kultureller Aspekte, nur innerhalb eines komplexen Beziehungsgefüges läßt sich eine wirksame Umweltpolitik ansetzen

Das Jugendlexikon mit einer Auswahl von 168 Stichworten bietet zu scheinbar weit auseinanderliegenden Bereichen wie Solartechnik, Massentierhaltung, Luftverschmutzung, Naturgärten, Schadstoffen, Roter Liste, Schädlingsbekämpfung, Umweltkrankheiten oder Kosmetika eine umfassende Übersicht. Dies ohne wissenschaftlich hochgestelzte Sprach-Akrobatik, so daß junge Leser und Laien keine Sprach-Barrieren überwinden müssen.

Ein Orientierungsrahmen auf den ersten Seiten dieses Handbuchs ermöglicht den jungen Lesern, sich selbständig in einen der Fachbereiche einzuarbeiten. Neben dem Register (von Abfall bis Zwischenlager sind sachverwandte Stichwörter aufgeführt. Ein fast zweihundert Titel umfassender Anhang gibt Fachliteratur zum Weiterlesen an, die nach Sachgebieten geordnet ist. Außerdem enthält dieses hervorragende Umwelt-Brevier die Anschriften von Institutionen, Behörden und Verbänden, die für den Umweltschutz tätig sind.

Der Band ist reich ausgestattet mit Photos, technischen Zeichnungen und statistischen Tabellen, die auch einem Schüler bereits verständlich sind.

Man kann das Buch systematisch durcharbeiten oder auch bloß nach Stichworten durchblättern. In beiden Fällen wird der Leser herausgefordert, sich weiter zu informieren, erkennt Zusammenhänge, begreift die Verknüpfung verschiedenster Bereiche von Umweltproblemen.

Die Thematik umschließe das Wohlergehen der Menschen bis zur Gefahr einer Selbstvernichtung der gesamten Menschheit – so die Autoren in ihrem Vorwort –, daher verzichten sie auf einen Rückzug auf sogenannte wertungsneutrale Positionen, die üblicherweise bei lexikalischen Werken als Tugend gepriesen würden. Die Autoren beziehen Stellung. Statt eines oberflächlich auf dem schicken ‚Trend der Ökowelle gleitenden Allerweltsbüchleins also ein solides, engagiertes Sachbuch, eine fundierte Orientierungshilfe zu existentiellen Fragen: Leben und Überleben in einer gefährdeten Umwelt. Ulrike Stielau